Veröffentlicht am
22. Juli 2009
von
Anna Friedrich
Soziale Medien verändern den Weg zur Kaufentscheidung. Wer sich über ein Produkt informiert, legt Wert auf die Empfehlungen anderer. Dieser Film veranschaulicht, wie ein Konsument “tickt”, wenn er sich für eine Marke interessiert und sich zum Kauf entscheidet. So wird ein zufriedener Kunde ganz leicht selbst zum Markenbotschafter:
Mehr zum Thema Produktsuche im Netz gibt es im Themenblog-Artikel Wer findet, der sucht.
Veröffentlicht am
15. August 2008
von
Mark Pohlmann
Menschen ohne eigenes Netzwerk empfinden Communities als Zeitverschwendung, weil sie sich nicht die Zeit nehmen, eines aufzubauen. Jüngstes Beispiel: Friedhelm Weidelich, Autor eines großen Xing-Selbstversuches für die FAZ, fand nur mit Blessuren der Nichtbeachtung wieder heraus.
Nun, vielleicht ist Xing auch nicht die beste aller Communities, um Geschäftskontakte zu knüpfen, ist es doch eher für seine Qualitäten als digitales Adressbuch bekannt. Aber das ist ein anderes Thema. Das Fazit des Autoren:
Das Web-2.0-Konstrukt Xing, glauben wir, hat die besten Zeiten schon hinter sich. Aus unserer Sicht ist es ein unterhaltsames Panoptikum für alle Themen der Welt, ein vielseitiges Flirt- und Hobby-Forum, in dem man Freund und Lebenspartner finden kann. Für berufliche Zwecke erscheint uns Xing kaum geeignet, denn Kontrakte und Kontakte machen wir immer noch persönlich und am Telefon. Daran hat auch Web 2.0 nichts geändert. Die virtuelle Gemeinschaft vermittelt nur das Gefühl, ein wenig näher am Geschäft zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. Den ganzen Artikel lesen.
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15. November 2007
von
Mark Pohlmann
Kommunikatoren wandeln zwischen den Welten. Sie vermitteln zwischen Interessengruppen, wecken Verständnis. Und Neugierde. Als ein solcher Mediator bin ich derzeit viel auf Kongressen und sehe anderen beim Ringen um den Sinn partizipativer Medien zu.
Doch die Diskussionen ändern sich. Während wir noch vor 12 Monaten alle vereint am Steg saßen und staunend die Möglichkeiten bewunderten, die sich da dunstig am Horizont bildeten, sind die einen längst in ihren kleinen Booten aufgebrochen. Die anderen blieben zurück und hadern seitdem damit, auf welcher Seite des Ozeans das Gras grüner ist.
Genauso spielen sich auch die Diskussionen auf den Konferenzen ab. Während auf Veranstaltungen wie den Medientagen München vor allem die Rechtfertigung im Vordergrund steht, warum es richtig ist, nicht jetzt schon aufzubrechen, dazu noch in so kleinen Booten und wahrscheinlich ohne Ahnung, in welche Richtung es zu paddeln gilt, beginnen die, die auf Kongressen wie der Sime in Stockholm (auf dem ich derzeit gerade weile) rumschippern, die Zurückgebliebenen zu vergessen. Die Tektonik der Kommunikation verändert sich. Nicht nur für die, die sich auf das Neue einlassen. Es findet ein Kontinentaldrift statt, den die nicht merken, die auf der wegtreibenden Platte stehen.
Die Auswirkungen sind verheerend. Denn wir hören in diesen Tagen auf, die selbe Sprache zu sprechen. Während in den wankenden Booten gestaunt wird, wie gut Wikipedia schon ist, wird an Land vor allem wahrgenommen, wie riskant es ist. Nicht nur die Wirtschaft selbst spaltet sich in digitale und analoge Apologeten. Auch die Kommunikationswirtschaft spaltet sich in zwei Lager: Die einen begreifen die durch die Digitalisierung entstandene Partizipation an der Ressource Aufmerksamkeit als Chance, die anderen als Krise. So einfach ist das. Wir haben Mutige und Ängstliche.
Die Angst führt zu absurden Verweigerungshaltungen, wie die von Agentur-Chef Lars Cords, der seine gesamte Agentur mit einem Denkverbot in Sachen Mitmach-Medien belegt hat (”99,99% des Inhalts im Web 2.0 ist das Ergebnis von egozentrischen Selbstreflektierern und hat das Niveau von Teenager-Tagebüchern” Quelle). Gut, Herr Cords äußert damit nur das, was seine Kunden denken. Die Kunden, die in Reichweite denken und Umsatz von der Kommunikation verlangen.
Diese Menschen übersehen, wie weit die Kunden ihrer Kunden schon sind. Das Mitmachen ist längst Teil des Alltages. Hier ist jeder Kunde Teil der Aufmerksamkeitsökonomie, jeder steht selbst im Mittelpunkt seines eigenen Interesses. Hier sind Menschen die Epizentren, nicht die Unternehmen.
Die Mutigen unter den Kommunikatoren fragen nicht mehr nach dem Nutzen von einzelnen Tools. Die Diskussion dreht sich schon längst nicht mehr um die Frage, ob ein Corporate Blog Sinn macht oder nicht. Wir Kommunikatoren haben heute eine weite Palette unterschiedlichster Technologien zur Verfügung. Jede hat ihre Stärken, ihre Grenzen. Es hängt von den Zielen ab, von der Kultur eines Unternehmens, was wo zum Einsatz kommt. Wir müssen den Kunden folgen, das ist alles. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, darf gerne bezweifelt werden. Nur die Alternative bietet sich nicht. Denn dort, wo die Unternehmen ihre Instant-Kommunikation plazieren, sind eben keine – oder nicht mehr ausreichend- Kunden.
Thomas Knüwer erzählte jüngst die Geschichte eines Franchise-Unternehmens, das ein internes Wiki einsetzt, in dem alles niedergeschrieben wird, was für die angeschlossenen Händler von Belang ist. Jeder kann alles ändern, auch die Formulierungen der Konditionen, ja, sogar die Konditionen selbst. Das tat die Auszubildende: Sie vereinfachte kurzerhand das Margensystem, und alle fanden es besser danach. Sicher, eine Geschichte, die sich anhört aus 1001 Nacht. Aber diese Geschichten gibt es tausendfach. Alles wird besser, wenn wir miteinander reden.
Twitter ist so ein Ding, das auch niemand verstehen will, der es nicht kennt. Öffentliche Kurznachrichten in der Länge einer SMS, die jeder abonnieren kann. Seitdem ich Twitter nutze, halte ich einen kleinteiligen und alltäglichen Kontakt zu rund 80 Menschen aus meinem Bekanntenkreis. Jeder kann meine “Tweets” lesen und so mitverfolgen, wo ich bin, was ich mache und was ich denke. Derzeit lesen rund 1.500 Personen regelmäßig diesen Blog, knapp 80 verfolgen meine Twitter-Einträge. Sie alle, darunter Journalisten, Kunden und andere Multiplikatoren, interessieren sich aus eigenem Antrieb für meine Themen. Sie werden nicht gezwungen, sie werden nicht bezahlt. Diese Form der Kommunikation ist längst effizienter geworden als das Verfassen einer Mail oder Pressemitteilung. Nur verstehen das die Menschen auf der wunderbar langsam umherdriftenden Kontinentalplatte nicht mehr. Erst wollten sie es nicht verstehen. Nun können sie nicht mehr.
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5. Oktober 2007
von
Mark Pohlmann
Freitag Nachmittag, die Woche geht zu Ende. Was hat die Woche gebracht?
- Die Frage, warum so wenig über den WOMday in Berlin gesprochen wird. An dem Event selbst kann es eigentlich nicht liegen. Der von TRND veranstaltete halbtätige Kongress war toll organisiert, in einer fantastischen Kuppel in der alten Posthalle auf der Oranienburger und ziemlich kurzweilig – soweit ich ihn mitbekommen habe Interessant war, das muss allerdings gesagt werden, dass die dort versammelten World-of-Mouth-Apologeten bei kritischen Nachfragen ziemlich in die Defensive gerieten – gerade, was die absatzfördernde Wirkung angeht. Aber das Problem kenne ich aus der PR seit vielen Jahren, und auch hier gibt es keine zufriedenstellenden Antworten – bis auf die Tatsche, dass keine PR noch viel schlechter ist als eine, deren Wirksamkeit nur interpretiert und nicht nachgewiesen werden kann.
Der für mich beste Vortrag war eindeutig der von Dr. Nils Andres, Brand Science Institute. Wer sich mal den Kopf waschen lassen will, warum es ohne WOM keine Aufmerksamkeit mehr gibt in vielen Zielgruppen – anrufen!
Ansonsten nochmal ganz herzlichen Dank an Martin Oetting und das TRND-Team für diese tollen, inspirierenden Tag und dafür, dass sie helfen, WOM auch in Deutschland auf die Agenda zu hieven. Es gibt noch viel zu tun. Auch das hat der Tag gezeigt.
- Meinen ganz, ganz großen Respekt ggü. Robert Basic und allen anderen, die sich um mehr Aufmerksamkeit für die Burma-Krise in und von der ansonsten wohl vollkommen unpolitischen Web-Szene erwünscht. Und mit viel Verve vorangeht.
- Woobby ist als beta online gegangen. Wer schon immer sein wissen in eine Reihenfolge setzen wollte, findet hier die passende Spielwiese.
- Qype funktioniert jetzt auch auf dem Handy. Und wird von Golem ausreichend gewürdigt.
- Twitter wird zunehmend zur Bedrohung für Blogger. Weil es einfacher ist, seine Gedanken stoßweise in 140 Anschlägen zu artikulieren als in zusammenhängenden Sätzen (wie diese Auflistung ja auch zeigt….)
- Die FAZ kommt heute den ersten Tag im neuen Layout – ohne die vertraute Frakturschrift in den Kommentarüberschriften, dafür mit Bilder auf Seite 1. Sieht für mich aus wie eine Kreuzung aus SZ und Welt. Der Spiegel fragt sich (zu recht), wann das Seite-1-Girl es auch in die FAZ schafft. Die Gründe, FAZ-Abonnent (34 Euro im Monat) zu sein, schwinden.
- Schon ein bisschen älter, aber in seiner Relevanz wohl noch überhaupt nicht wahrgenommen: Ning. Mit drei Klicks zum eigenen Social Netzwerk. Nach den Massennetzwerken mit Millionenzahlen steht auch hier die Mikromarktsegmentierung an. Und noch wenige Monate, dann wird jedes Unternehmen vor die Frage gestellt, ob auch sie sich ein eigenes Netzwerk aufbauen sollen. Nämlich dann, wenn dies ihre Kunden tun. Hier winkt schon der nächste Long Tail
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4. September 2007
von
Mark Pohlmann
Ein spannendes Interview, das Jochen Krisch mit der neuen Vorständin Jana Eggers bei Spreadshirt geführt hat. Sie nahm vor wenigen Wochen den Platz von Lukasz Gadowski ein, der den T-Shirt-Produzenten vor fünf Jahren gegründet hat.
Das Interview ist deswegen so spannend, weil Spreadshirt in einer außergewöhnlichen Situation steckt – die wahrscheinlich auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordern wird. Denn kaum ein anderes Internet-Start-up ist in den letzten 24 Monaten derartig öffentlich zelebriert worden. Und gleichzeitig ist die Zukunft des Vorzeigeunternehmens offen. Denn trotz der wohl besten Personen-PR im Web 2.0 ist Spreadshirt kein Selbstläufer.
Die Zutaten für die Gründergeschichte 2.0 sind dabei traumhaft: Lukasz, gebürtiger Pole, ist sehr smart und symphatisch dazu. Und er hat den Osten nach Intershop ein zweites Mal mit dem Internet wachgeküßt. Heute produzieren rund 200 Menschen in Leipzig T-Shirts in Kleinstserien zu günstigen Preisen. Dahinter hängt ein tolles Geschäftsmodell, das jeden Käufer zu einem potentiellen Wiederverkäufer seiner eigenen T-Shirt-Designs macht. Und die Jobs sind endlich mal wieder welche in der Produktion. Er baut einen Ableger in Amiland auf und beliefert dort mit BoingBoing den wichtigsten Kulturblog mit Devotionalien. Wo Gadwoski einsteigt, scheint der Erfolg garantiert – siehe StudiVZ, dessen Startteam er betreute und das für gemunkelte 50 bis 80 Mio. Euro an Holtzbrinck ging.
Zurück zu Jana. Sie sieht Spreadshirt vor dem Abgrund. Dem zwischen Nischen- und Massenmarkt. Jetzt entscheidet sich, wieviel Potential das Unternehmen haben wird.
Denn Spreadshirt ist so innovativ, dass es den Weg aus der Nische in den Mainstream nicht findet – und aus diesem Grund kaum wächst. In einem insgesamt boomenden Markt ein ernstes Krisenzeichen. In der Internetszene kennt Lukasz und Spreadshirt jeder. Außerhalb zu wenige.
Was lernen wir aus PR-Sicht daraus? Der Ruhm des Gründers strahlt nicht automatisch auf die Umsätze ab. Personen-PR ist toll, reicht aber nicht, wenn sie es nicht schafft, ein Bedürfnis nach dem Produkt zu wecken. Und das scheint – bei tiefem Respekt vor der PR-Leistung von Lukasz, Kolja & Co – in der Kommunikation zu kurz gekommen zu sein.
Ich gebe Start-ups an dieser Stelle folgenden Tipp: Jede Kommunikation sollte aus der Plattform heraus geführt werden. Alles, was ich offline von der Company höre, muss ich online wiederfinden. Dann kitten Gründergeschichten auch Angebot und Kunde zusammen.
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29. August 2007
von
Mark Pohlmann
Start-upper sollten das Themenriff von Martina Pickhardt lesen. Die Boom 1.0-Erfahrene und aktuelle Wiederholungstäterin arbeitet nicht nur das damals Erlebte in einer sehr eindringlichen Art und Weise auf, sondern vermittelt auch, wie sie das Gelernte bei ihrer aktuellen Neugründung anwendet. Inklusive Verhaltenstipps für die Freunde von Gründern!
Für DaWanda läuft es gerade mehr als prächtig: Nach SinnerSchrader für die PR und Spreadshirt als strategischen Partner konnten die beiden Gründer Claudia Helming und Michael Pütz nun Holtzbrinck Ventures als Investoren gewinnen. Das hat Martin Weber von Holtzbrinck Ventures mittlerweile gegenüber ibusiness bestätigt.
Und das hat die Redaktion der Internet World aus der Information gemacht:
Selbstgemachtes kommt an: Nach Spreadshirt und Sinner Schrader hat sich nun auch Holtzbrinck Ventures an der Berliner Dawanda beteiligt. Über Dawanda verkaufen Künstlrer, aber auch Privatleute Selbstgemachtes. Während Spreadshirt seine vergleichbare Plattform sozeug.net in Dawanda einbrachte, beteiligte sich Holtzbrinck Ventures (…)
Ich konstatiere hiermit: SinnerSchrader ist nicht an Dawanda beteiligt, sondern wir (SinnerSchrader Online Conversations) machen die PR für Dawanda. Und das auch sehr gerne!
Die Leser von 1985 sind heute zwanzig Jahre älter. Besteht da nicht die Gefahr, einen Film für ein Publikum zu machen, das gar nicht mehr da ist?
Das darf einen nicht interessieren. Man kann beim Filmemachen [An dieser Stelle jede andere Tätigkeit einsetzen, die einem am Herzen liegt] nicht über Eck spielen. Die eigene Faszination ist die einzige Sicherheit, die man hat. Dann muß man loslegen. Wenn man allerdings merkt, daß man den Kontakt zur Zeit verloren hat und das, was einen selbst interessiert, nicht mehr ans Publikum rankommt, dann muß man aufhören. Aber man kann nicht gegen die eigene Überzeugung Filme [An dieser Stelle jeden anderen Beruf einsetzen] machen.