Archiv für die Kategorie ‘Trends’

Vier gute Gründe für Google+ Pages

Veröffentlicht am 10. November 2011 von Carsten Skansen | Bloggerei, Facebook, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Die Firmenseiten für Google+ sind da. Sie nennen sich (wie bei Facebook) Pages, und bieten im Moment wenig überraschende Neuerungen. Dennoch sollte man diese Seiten jetzt nicht mit einem Schulterzucken abtun. Auch wenn man schon viel in die eigene Facebook-Seite gesteckt hat, gibt es einige gute Argumente für eine Google+ Page, die über die reine Präsenz im neuen Netzwerk hinausgeht.

1. Es ist gut vorstellbar, dass die Google+ Seiten bei einer Google-Suche weit besser gefunden werden, als die entsprechende Facebook-Seite. Zusätzlich kann man die Google+ Pages durch “Direct Connect” leicht in der normalen Google-Suche finden. Die Suchmaschine wurde dazu verändert: Wenn Nutzer ihrem Suchbegriff ein “+” voranstellen, kommen sie direkt auf die entsprechende Google+ Seite, sofern vorhanden.

2. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Google+ Seiten inhaltsbezogen sind. Viele Firmen sind nicht übermäßig gut für soziales Netzwerken geeignet. Sie haben kein Produkt, welches ständig besprochen werden muss. Sie haben nicht das Bedürfnis, jeden Tag etwas zu sagen, und gehen leicht im Grundrauschen von Facebook unter. Dennoch möchten auch solche Firmen ihre relevanten Informationen an den Kunden bringen. Google+ kann hier zu einer eleganteren Form des Newsletters oder Firmenblogs werden.

3. Ansonsten wird es bei Google+ auch Funktionen geben, die aus den Verbindungen mit bestehenden Google-Produkten ihren Nutzen schöpfen. Die Möglichkeit, eine Firmenseite gleich als Ort anzulegen, bietet lokalen Unternehmen durch Google Maps immensen Mehrwert, und wird sicher noch ausgebaut werden.

4. Auch die Integration der Google+ Pages in Google Analytics ist vorteilhaft, da viele Firmen mit dem Tool schon vertraut sind.

Es ist zu erwarten, dass Google in der Zukunft weitere Funktionen für Google+ auf den Markt bringen wird – und wir werden darüber berichten.

Die Social Media-Verdrossenheit

Veröffentlicht am 28. Juli 2011 von Anna Friedrich | Facebook, Soziale Netzwerke, Trends

via Tom Fishburne

DAS sollten sich Social Media Marketiers sich auf die Stirn schreiben und anschließend auf der Facebookwall ihres Unternehmens operativ umsetzen: Im Sumpf von Facebook, Google+, Blogs und Twitter befinden sich ihre Kunden längst im Überdruss. Sie sind müde von der Masse der Inhalte, der Anzahl der Unternehmen, die im Social Web auf der Pirsch nach ihnen und ihrem Netzwerk sind.

Sie machen kurzer Hand per “Unlike” virtuell Schluss mit Marken, die zu viel, zu wenig, unangepasst postet und damit nicht performen, ähnlich wie in einer echten Beziehung.

 

Facebook-besessen

Veröffentlicht am 28. Februar 2011 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends

Facebook mausert sich zum zentralen sozialen Netzwerk. Über die Hälfte der Internetnutzer in Amerika loggte sich Ende 2010 mindestens einmal im Monat bei Facebook ein, so die Schätzung von eMarketer. Analyst Paul Verna betont aber, dass damit auch die krassen Wachstumsraten enden werden:

Our figures confirm that well over half of US internet users are on Facebook, and the social network’s reach and influence will only increase in the next three years.

In diesem Jahr rechnet das Institut mit einem Anstieg um 13,4 Prozent auf 132,5 Millionen aktive Facebook-Nutzern allein in den USA. Facebook würde demnach 9 von 10 Social Networks-Nutzer erreichen und gut 57 Prozent aller Internetnutzer. Alle weiteren Prognosen, basierend auf der Auswertung zahrelicher Statistiken und Umfragewerten, zeigt diese Grafik:

Ich erkenne dich

Veröffentlicht am 16. Dezember 2010 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Trends, Web 2.0

Facebook macht seinem Namen alle Ehre. Tatsächlich kündigte das Team gestern an, was jeder schon längst erwartet hat: die Gesichtserkennung auf Fotos. Natürlich geht es dabei darum den Komfort, Fotos zu taggen, zu erhöhen, so der Entwickler Justin Mitchell im Unternehmensblog. Immerhin zählt das soziale Netzwerk (jetzt schon) 100 Millionen Verknüpfungen mit Fotos – täglich!  Er erklärt:

Now if you upload pictures from your cousin’s wedding, we’ll group together pictures of the bride and suggest her name. Instead of typing her name 64 times, all you’ll need to do is click “Save” to tag all of your cousin’s pictures at once. By making tagging easier than before, you’re more likely to know right away when friends post photos. We notify you when you’re tagged, and you can untag yourself at any time.  As always, only friends can tag each other in photos.

Das zunächst in den USA gestartete Feature sollte aus meiner Sicht ein Appell sein, die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu checken. Was Geeks im FF beherrschen, ist für viele normale User tatsächlich eine Herausforderung dar. “Better be safe than sorry” – ungewünschte Fotos, die für alle sichtbar sind, bereiten keine Freu(n)de.

Zeitungstod in Deutschland im Jahr 2030?

Veröffentlicht am 01. November 2010 von Anna Friedrich | Medien 1.0, Medien 2.0, Trends

Ein Mann sieht schwarz für die Druckindustrie. Ganz klar, die Zeitung wird irgendwann aussterben. Bisher gibt es zahlreiche Spekulanten, aber kaum konkrete Vorhersagen. Der australische Zukunftsforscher Ross Dawson behauptet nun, weltweit sterbe die gedruckte Zeitung in 52 Ländern bis zum Jahr 2040 komplett aus. In den USA werden Zeitungen bereits innerhalb der nächsten sieben Jahre aussterben. In Großbritannien und Island gehen sie in 2019 unter, gefolgt von Kanada und Norwegen in 2020 und Australien in 2022. In Deutschland erlische  die Print-Version im Jahr 2030.

Faktoren, die er nach eigenen Angaben bei seiner globalen Prognose einkalkuliert hat: das steigende Preis-Leistungs-Verhältnis von Mobiltelefonen und E-Tablets, die Entwicklung der digitalen Zeitung, Veränderungen beim Zeitungspapier und bei den Produktionskosten, das Begreifen von Monetarisierungsmöglichkeiten für digitale Nachrichten, Trends im Bereich der Werbeausgaben und – etats sowie die Entwicklung offener Plattformen.

Auf nationaler Ebene hat er die Aufnahme von Technologien, die wirtschaftliche Entwicklung, Struktur der Industrie, demographische Gegebenheiten, die Regierung sowie das Konsumentenverhalten betrachtet. Hier sein Ergebnis:

Lediglich in Entwicklungsländern wie Afrika, Teilen von Südamerika und Asien sieht Dawson noch eine etwas längere Überlebenschance:

In the developed world, newspapers are in the process of becoming extinct, driven by rapidly changing use of media and revenues out of line with cost structures.

Die Print-Ausgaben werden, so der Forscher, durch digitale Zeitungen ersetzt werden, die Videos einbinden können, aber auch aufgewickelt und gefaltet werden. Er ist überzeugt davon, dass wir bald noch sehr viel handlichere Tools als iPhone, iPads und Co. haben werden:

The big overlay in all of this is we’ll get digital paper that combines all the qualities of print and the benefits of digital within the next decade.

Streetview: Einladung zum Niveauverlust

Veröffentlicht am 20. August 2010 von Mark Pohlmann | Allgemein, Trends, Web 2.0

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Ja, so elaboriert wie Deutschlands Vorzeigewerber kann man sich auch mit dem Thema auseinandersetzen. Muss man aber nicht. Hier mal eine kleine Handreichung zwischen den Blindwütigen und den Verständnislosen.

(1) Nur weil man etwas nicht versteht, muss man nicht dafür sein. Wo kämen wir denn dahin? Wer dürfte dann noch wählen, gegen die Schulreform, den Krieg oder das schlechte Wetter sein? Ich muss hier mal ganz grundsätzlich Partei für die Macht der Ahnungslosen ergreifen – etwas, das sogar für Politiker gilt. So unverständlich das für manchen sein mag, aber das Recht zur Meinungsäußerung erwirbt man sich nicht erst durch den Gebrauch von Google und Twitter. Ich wünsche mir gerade von den Befürwortern radikaler Meinungsdemokratie mehr Freude an der Meinungsverschiedenheit.

(2) Predigt nicht zu den Gläubigen, sondern den Ungläubigen. Lieber Amir, und alle anderen, die vor lauter Selbstgewissheit kaum um die Kurve kommen: Erfolg hat nicht der, der in seinem Wohnzimmer ausruft, dass es keinen Gott gibt, sondern der in die Kirchen geht und die Zweifler besiegt. Das ist aber anstrengender, zugegeben.

(3) Meinungen sind Tatsachen. Es ist eine subtile Angst oder Unwohlsein vor der Veröffentlichung von Privatem, das die Streetview-Zweifler zu Gegnern macht. Auch wenn man die Meinung nicht teilt, sollte man sie als Tatsache anerkennen können. Politiker reagieren auf subjektive Tatsachen. Werber und PRler tun das ja auch. Wir machen alle nur unseren Job. Und werden abgewählt, wenn wir ihn nicht erfüllen.

(4) Macht ist niemals harmlos. Google ist das einflussreichste Unternehmen des 21. Jahrhhunderts. Es vereint soviele Daten und Nutzer wie kein anderes auf der Welt. Ein bisschen Distanz zu einem Unternehmen, das den Machtmissbrauch schon im Selbstverständnis thematisiert (“Don’t be Evil”), ist nie verkehrt. Und von Menschen mit einem intellektuellem Selbstverständnis erst recht nicht.

(5) Empathie schadet nie. Es ist schön für die digitale Bohemè, dass sie der Welt gerne ihre stylischen Quartiere zeigt. Aber was ist mit denen, die sich ihrer Herberge schämen? Oder sie wenigstens nicht öffentlich zeigen wollen? Eine andere Perspektive öffnet manchmal neue Räume.

(6) Streetview ist vollkommen überbewertet. Jetzt mal im ernst: das bisschen verpixelte Hausfassade bringt einen ganzen Hofstaat dazu, so aus der Fassung zu geraten? Wo noch nicht mal Google überbordende Reaktionen zeigt (von einer Zeitungsanzeige einmal abgesehen), sollten wir als Speerspitze des digitalen Fortschritts auch mehr Gelassenheit zeigen. Und hinausgehen und den Menschen zeigen, was das neue Spielzeug denn nun wirklich kann.

Digitale Realität: Der gläserne Online-Bürger

Veröffentlicht am 20. Januar 2010 von Anna Friedrich | Personen-PR, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Erst denken, dann twittern. Der 26-jährige Brite Paul Chambers hat sich geärgert über die Schließung des Robin Hood Flughafens in Doncaster, Nordengland. Er machte seinem Ärger auf Twitter Luft und dachte, es sei lustig, wenn er verlauten ließe, dass er den Flughafen einfach in die Luft sprengt. Britische Behörden nahmen die Terror-Drohung jedoch ernst. Chambers wurde von einer Anti-Terror-Polizeieinheit verhört, sogar sein Arbeitgeber suspendierte ihn.

buerger_glaesern2Auch Facebook outet Menschen, nicht wenige haben aufgrund unbedachter Postings ihren Job verloren. Das Video Do you have a Facebook? veranschaulicht, wie transparent uns das größte soziale Netzwerk eigentlich macht. Umso beängstigender ist die Aussage des Facebook-Machers Zuckerberg selbst, dass Privatssphäre nicht zeitgemäß sei. Damit rechtfertigt er eine neue Default-Einstellung, die alle Profil-Informationen für jeden sichtbar macht:

People have really gotten comfortable not only sharing more information and different kinds, but more openly and with more people. That social norm is just something that’s evolved over time…

Ein anonymer Facebook-Mitarbeiter berichtet, dass das Netzwerk jeden einzelnen Schritt aufzeichnet und damit irgendwie mehr über uns weiß, als wir selbst. Aus Angst vor Datenschützern hat das VZ-Netzwerk nun nach mehreren Skandalen ein TÜV-Siegel eingeführt. Anstatt sich auf dieses Zertifikat zu verlassen, rät Falk Lüke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eher dazu, sich bei jedem einzelnen Post bei Twitter, StudiVZ und Co. zu fragen:

Könnte ich es ertragen, dass die von mir veröffentlichten Daten und Bilder am nächsten Morgen auf der Titelseite einer großen Tageszeitung zu finden sind?

Gefährlich wird die Publizität im Netz auch und gerade für Prominente, in deren Privatleben sich Journalisten, Blogger und Twitterer adhoc einmischen. So jüngst geschehen auch im Fall des Fremdgehers Tiger Woods – der Online-Redaktion der Sun wurde zugetragen, dass er sich gerade in einer Sex-Therapie begab. Der Transparenz im Internet zum Opfer fiel auch David Letterman. NYT-Autor Robert Wright hat so recht, wenn er resümiert:

They were victims of the new transparency — the way digital technology, with each passing year, records more and more of our behavior for all the world to see, should it decide to look. (…) So the good news about the new transparency — it makes hypocrisy harder by exposing discrepancies between word and deed — may also be the bad news about the new transparency.

Lügen haben kurze Beine – auch wenn der Exhibitionismus online dazu verführt, Unwahrheiten zu erzählen (s. Artikel (K)ein Spiegelbild in sozialen Netzwerken). Das Tracken und Auswerten von Online-Daten dient zu unserem eigenen Schutz einerseits, macht uns gleichzeitig jedoch zum gläsernen Bürger, WENN wir ehrlich sind. Zudem wecken Online-Profile und Status-Updates Begehrlichkeiten: wir sind neugierig auf andere, recherchieren im Netz und entwickeln im schlimmsten Fall Stalker-Manien.

Übervernetzt: Kann man im Seichten doch ertrinken?

Veröffentlicht am 12. Januar 2010 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

20091219-e15y258gaqacdd1yjpwsxrtfg1Boom, Boom, Boom. Im vergangenen Jahr erlebten wir eine rasante “Social Mediasierung”. Mit mehr als 350 Millionen aktiven Usern dürfte Facebook der Gewinner 2009 gewesen sein. Allein in Deutschland finden sich rund sechs Millionen Nutzer, fast doppelt so viele wie noch im Vorjahr.

Das Non plus ultra ist die Vernetzung auf Facebook jedoch nicht. Denn, kaum ist der erste Social Media-Tsunami über uns hereingebrochen, fangen wir an zu zweifeln. Oder wir sind einfach nur heillos überfordert mit dieser Übervernetzung.

Jesse Stanchak stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob sich alles ins Gegenteil umkehren wird und Social Media vor einem Crash steht. Er glaubt, dass viele Unternehmen die Social Media Präsenz missverstehen. Indem sie keine wertvollen Inhalte liefern, turnen sie ihre Nutzer eher ab, anstatt ihre Präsenz für sich einzusetzen:

No one is going to log onto a network just because it’s there. You need to give the crowd a reason to keep coming back.

Huffington Post-Autorin Jasmine Boussem philosophiert darüber, ob sich unsere Übervernetzung im Privaten ins Gegenteil umkehren wird. Das Zuviel an Online-Kontakten verringert unsere Aufmerksamkeit und damit die Qualität unserer Kommunikation. Und wir sind zu beschäftigt damit, uns in dieser Welt darzustellen anstatt uns auf die eigene Präsenz und wenige wichtige Verbindungen im Netzwerk zu konzentrieren, so ihre These:

We want to connect with so many people at the same time that we may fail to give each one the proper attention. Maximizing communication is invaluable in business, but can we apply the “same message for everyone” principle to our personal relationships without consequences? Does efficiency negate intimacy?

Relevanz geht verloren, wenn wichtiger Input mit der Masse an überflüssigen Botschaften vermischt ist. Es entsteht ein Gefühl der Seichtigkeit, in dem dennoch wichtige Informationen zur Nichte gemacht werden. Aus der Furcht heraus, den Überblick verloren zu haben, entstehen digitale Selbstmord-Dienste wie die “Digital Suicide Machine“.

Was tun? Völlig überfordert im Datenmeer schwimmen oder ans nächstgelegene Ufer retten? “Im Seichten kann man nicht ertrinken”, sagte einst Helmut Thoma und bezog sich damit eigentlich auf die massive Berieselung im Fernsehen.

Das Rezept, die Informationsperlen zu finden, ist individuell. Sicherlich gilt: Nur wichtige Kanäle zu aktivieren, nicht auf jeder Welle mitzusurfen und sich in den sozialen Netzwerken auf das zu besinnen, was für den persönlichen Kommunikationsfluss wirklich relevant ist.

Marken-Engagement: Die App buzzt nicht

Veröffentlicht am 08. Dezember 2009 von Anna Friedrich | Game Changer, Trends, Virales Marketing

Das iPhone macht es möglich: Plötzlich erleben Kunden Marken in Echtzeit. Jederzeit und überall können sie mit dem Brand interagieren und sich überraschen lassen. Frei nach dem Motto “Viel hilft viel” meint es manch ein Markenimperium aber zu gut.

iPhone-Applikationen gibt es wie Sand am Meer – bei den mehr als 100.000 Apps auf dem Markt verliert sich meist die Bedeutung einer einzelnen Anwendung. Was bringt diese App-Mania der Marke denn wirklich?
Mit einer iPhone-Anwendung allein gelingt es keinem Unternehmen, einen positiven Buzz zum Produkt zu erzeugen.

Das belegt jetzt eine Untersuchung von Porter Novelli zusammen mit Crimson Hexagon für das US-Marketingmagazin Ad Age. Eher ernüchternd, die Ergebnisse: Über die in diesem Jahr gelaunchten gebrandeten Apps wurde kaum gesprochen.Wenn Konversationen statt fanden, waren diese relativ neutral und verpufften schon bald nach dem Launch der Anwendung. Es ging mehr um die Tatsache, dass Marke X nun eine Applikation herausgebracht hat. Insgesamt nahmen Konsumenten die Marke nicht positiver wahr als zuvor.

The financial value we can extract from a brand perspective, at least in the two to three months post launch, seems very limited. There’s no remarkable impact corresponding to the iPhone app launch.

Dies erklärt Megan Costello, Managerin bei Crimson Hexagon, einem Unternehmen, das Konsumklimata misst. Für die besagte Studie prüfte Crimson Hexagon den Buzz zu den iPhone Apps von Barnes & Noble, Dunkin’ Donuts, Pizza Hut sowie Whole Foods vor, während und nach deren Launch. Insgesamt wurden 2,4 Milliarden Posts anaylisiert und die Konversationen, die darauf aufbauten.

Die Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, dass Applikationen vielleicht eine kurzzeitige Aufmerksamkeit schaffen. Sie können die Kundenbindung vertiefen und vielleicht die Umsätze innerhalb eines kurzen Zeitraums steigern. Für eine langfristige Bindung an die Marke sind sie aber gänzlich ungeeignet.

Das liegt laut Porter Novelli-Chef Joe Russo auch an der Vielzahl der Anwendungen. John Makkar vom Digital Attention Blog zählt dato 270 Brand-Apps allein in USA (s. Google-Spreadsheet). Nicht zu vergessen, dass die Markteinteile des iPhone aktuell immer noch unter 10 Prozent liegen, so die Schätzung von Gartner-Analysten.

Die gute Nachricht der Studie: Marken brauchen nicht unbedingt eine App, wie Ed Schneider von Crimson Hexagon hervorhebt:

Apps may really be connecting with a really engaged segment of a brand’s audience, so [brands] could simply dip their toes in the water, gauge user feedback and not feel they have to launch a best-in-class experience right away.

Brian Solis glaubt, dass gerade große Unternehmen ihr Potential im Bereich der iPhone Apps bereits ausgeschöpft haben. Vielmehr liegt die Zukunft der mobilen Applikationen bei den zahlreichen kleinen, unbekannten Brands: sie haben so die Chance einen Kanal zu ihren Konsumenten zu schaffen:

The true opportunity for branded apps however, isn’t relegated to the corporate giants who will no doubt continue to experiment with portable experiences. The real promise lies in the potential for individuals and small businesses to participate in mobile branding and engagement. Whereas the social Web democratized the ability to create and publish content while equalizing the opportunity for influence, mobile apps represent the syndication channels that will propel content into the hands of potential customers, stakeholders and advocates wherever, whenever.

Solis integriert die Apps als Teil seines goldenen Dreiecks der Kommunikation, das in der komplexen Social Media Welt für unsere Aufmerksamkeit und Interakion mit der Marke sorgt. Das Engagement einer Marke verpackt in “Micro-Erlebnisse”:

Blogs vs. Microblogs = Apfel vs. Birne?

Veröffentlicht am 27. November 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Game Changer, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Bloggen ist nach wie vor in, dieses Fazit ergab sich aus dem Beitrag Der Kampf um die digitale Aufmerksamkeit. Noch vor einem Jahr glaubten Experten wie Wired-Autor Paul Boutin den baldigen Tod der Web-Tagebücher vorherzusehen:

The blogosphere, once a freshwater oasis of folksy self-expression and clever thought, has been flooded by a tsunami of paid bilge. Cut-rate journalists and underground marketing campaigns now drown out the authentic voices of amateur wordsmiths. It’s almost impossible to get noticed, except by hecklers. And why bother? The time it takes to craft sharp, witty blog prose is better spent expressing yourself on Flickr, Facebook, or Twitter.

Totgesagte leben länger: Blogs sind wieder auf dem Vormarsch, wie aktuelle Comscore-Ergebnisse belegen. Die Anzahl der Besucher auf Blogs steigt rasanter an als die auf den Microblogs. Für Twitter.com kommt nach dem starken Wachstum in diesem Jahr jetzt erstmals die Ernüchterung: statt der 48,4 Millionen noch im September zählt Comscore nur noch 48,3 Millionen Besucher auf der gehypten Microblog-Seite (angemerkt sei, dass Clients wie Seesmic keinen Rückgang verzeichnen). WordPress, der größte Blogbetreiber dagegen, allein konnte innerhalb von einem Monat ganze 10 Millionen Besucher hinzugewinnen – mit 151,8 Millionen also deutlich stärker besucht als Twitter.

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Äpfel lassen sich nun einmal nicht mit Birnen vergleichen. In eine 140-Zeichen-Nachricht verpackt man prägnante Inhalte, die in Blogs ausgearbeitet werden können. Blogs ergänzen Twitter und umgekehrt. Entsprechend arbeiten auch die meisten Unternehmen, die in Social Media unterwegs sind, mit beiden Tools.

Twitter ist also ebenfalls nicht tot. Der betrachtete Zeitraum ist zu gering, um auf einen Trend zu schließen. Kurze Botschaften spiegeln den Zeitgeist des “Realtime”. Wir nehmen das wahr, was gerade in den Strom unserer Aufmerksamkeit fällt, alle anderen Informationen gehen in der Masse. Eric Schonfeld von Techcrunch merkt außerdem an, dass die neuen Twitter-Features “Listen” und “Retweet Button” erste verheißungsvolle Verbesserungen für Twitter sind. Er glaubt, dass die geplante Implementierung der “Geolocation“  Twitter zu weiterem Wachstum verhelfen werden. Sicherlich hat Evan Williams mit seinem 140-Zeichen-Imperium noch andere Erweiterungen in petto. Nicht umsonst ist im nächsten Jahr ein IPO anvisiert…