Archiv für die Kategorie ‘Trends’

Das Netz macht nicht einsam

Veröffentlicht am 05. November 2009 von Anna Friedrich | Trends, Web 2.0

Das Internet macht einsam, so ein weit verbreitetes Vorurteil. Eine Studie von Pew Internet revidiert diesen Volksglauben. Laut Untersuchungsergebnissen haben Onliner, die sich in sozialen Netzwerken, Blogs & Co. bewegen, ein breiteres und diversifizierteres Kontaktnetzwerk:

Social media activities are associated with several beneficial social activities, including having discussion networks that are more likely to contain people from different backgrounds. For instance, frequent internet users, and those who maintain a blog are much more likely to confide in someone who is of another race. Those who share photos online are more likely to report that they discuss important matters with someone who is a member of another political party.

Zwar ist die soziale Isolierung nach wie vor ein Problem in den USA und zwar für sechs Prozent der Bevölkerung. Diese Zahl hat isch allerdings seit 1985 nicht verändert, was beweist, dass das Internet der falsche Sündenbock ist.

Über 2.500 der befragten Erwachsenen beweisen, dass die Menschen das Internet nutzen, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. Im Durschnitt sehen die Bildschirmfoto 2009-11-05 um 16.31.54Studienteilnehmer ihre “Netzwerkfreunde” an 210 Tagen im Jahr und telefonieren mit ihnen an 195 Tagen im Jahr. Facebook und MySpace sind für 71 Prozent die wichtigsten Plattformen, um ihr Netzwerk zu pflegen.

Interessanterweise sind Internetnutzer auch im realen Leben sozialer: im Gegenteil zu Offlinern gehen sie zu 45 Prozent öfter in Cafes, zu 52 Prozent eher in eine Bücherei und zu 70 eher in Restaurants. Somit dürfte nun endlich widerlegt sein, dass Internetnutzer den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen und sich jeglicher “realer” sozialer Aktivitäten verweigern. Sie sind die echten Networker und kennen weitaus mehr Menschen.

Die Studien-Ergebnisse führt Pew Internet hier aus.

Der Kampf um die digitale Aufmerksamkeit

Veröffentlicht am 03. November 2009 von Anna Friedrich | The Work, Trends, Web 2.0

Ist bloggen out? Steve Rubel, SVP, Edelman Digital, kommuniziert mehreren Monaten nicht mehr über seinen Blog Micropersuasion, sondern über den Steve Rubel Lifestream. Der “Attention Crash” zwingt uns dazu, Nachrichten kurz und prägnant zu formulieren, so dass sie leicht auffindbar sind und nicht untergehen. Mit Posterous war es nie einfacher, Nachrichten an einem zentralen Ort zu veröffenlichen, so Rubel in einem Interview auf der Blogging World Expo vor zwei Wochen. Für Marken heißt das:

They have to be in the places where their stakeholders spend the time and to be there in a relevant way. And second they have to think  adopting different messages to each place.  you do one kind of story one kind of messaging, say youtube which is the longer form video; but do something in an even shorter form, more customer service driven in Twitter. So have to really adopt it and you finally have to be discoverable: you have to make sur ethat everything you create and generate is discoverable for your search. And that people that build the biggest footprints online will do well for your search.

Dass er weiß, wo die Zukunft für Marken ist, hat Rubel bei seinem fesselnden Vortrag auf der next09 in Hamburg bewiesen. Menschen und Marken müssen sicher gehen, dass sie “digitally discoverable” sind, denn die Zeiten des Push-Marketings sind vorbei. Es geht um die Macht des “Pull”: Marken müssen sich engagieren, um Meinungsführer zu aktivieren, die ihre Botschaft weitertragen:

Facebook weiß, wie glücklich wir sind

Veröffentlicht am 14. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Bloggerei, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0, Werbung

Mit über 300 Millionen Nutzern ist Facebook das größte Netzwerk weltweit. Im September 2009 machten 8,80 Millionen Unique Visitors hierzulande Facebook zum beliebtesten sozialen Netzwerk. Diese Masse an Menschen bedeutet gleichzeitig ein Meer an Informationen, die für Recherche-Zwecke sinnvoll eingesetzt werden können.

Bild 4 So kann die Wortwahl und Tonalität eines Tweets oder Status-Updates auf Facebook Auskunft darüber geben, in welcher Stimmung sich eine Person befindet – das zumindest behaupten Experten und Psychologen. Deshalb werteten Researcher anhand von 100 US-Profilen aus, wie fröhlich sich die User zu welchem Zeitpunkt gaben. Der “Gross National Happiness Index” repräsentiert die Daten der letzten zwei Jahre. “Glück-Worte” sind da “happy,” “yay”, “awesome”, Nachrichten mit trauriger Stimmung enthalten “sad,” “doubt”, “tragic.”

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass derartige Untersuchungen durchaus die Stimmung einer Nation widerspiegeln: Am Ende der Woche sind die Menschen einfach glücklicher als Montags. Auch geben sich die Amerikaner sind besonders erfreut an Feiertagen wie dem vierten July oder Thanksgiving und eher traurig, wenn die Todesnachricht von Stars wie Michael Jackson oder Heath Ledger öffentlich wird.

Sind also Facebook-Daten verwertbar für Unternehmen und Marken, um Reaktionen zu bestimmten Ereignissen und auch der Grundeinstellung ihrer Konsumenten und Kunden zu überprüfen? Ist ein Status-Update repräsentativ? Der optimistische Adam D. I. Kramer erklärt in seinem Eintrag auf dem Facebook-Blog nicht nur, dass er zu 72 Prozent glücklicher ist, als dier Durchschnitts-User:

When people in their status updates use more positive words—or fewer negative words—then that day as a whole is counted as happier than usual.

Kramer glaubt gar, Facebook könnte der erste Schritt sein, um das Selbstwertgefühl einer gesamten Nation neu zu evaluieren:

We have tracked the economic health of the nation for a long time. The reason we track those things is that the government is full of economists, not psychologists.

Verstärkt gibt es die Diskussion, dass Länder falsche Erhebungen nutzen, um Gesetze aufzustellen. Eine deartige Kommission gründete Nicolas Sarkozy unter anderem mit Nobelpreisträger und Wirtschafts-Guru Joseph Stiglitz. Sie will bessere Modelle finden, um die wiritschaftliche Leistung und den sozialen Fortschritt zu bewerten. Das Ergebnis: auch Faktoren wie das WohlergehenBild 5 der Bürger sollten miteinbezogen werden.

Das würde für den Glücks-Index sprechen, der auf den ersten Blick sinnvoll erscheint. Tatsächlich ist es doch nicht mehr als ein Aktienindex, der genauso gut oder schlecht die Stimmung und Wirtschaftlichkeit eines Landes darstellt. Dabei zeichnet sich auf den diversen sozialen Netzwerken immer stärker eine Klassengesellschaft ab: Während auf Facebook die Besserverdienenden unterwegs sind, wird Myspace zum “Social Media Ghetto”, so die Ergebnisse einer Nielsen-Befragung unter 200.000 US-Nutzern. Allein deshalb sind wohl Status-Updates auf Facebook genauso aussagekräftig wie ein Wahlergebnis, an dem nur 20 Prozent der wohlhabenderen Bevölkerung teilnehmen würde.

Cameron Marlow, Leiter des Facebook-Research Teams, ist dennoch überzeugt davon, dass sein Social Network wertvollere Daten zu bieten hat als der Suchgigant Google. Klar – die meistgenutzte Suchmaschine liefert Informatoinen zum Suchverhalten der Menscheit und versucht, so effizient wie möglich die gewünschten Suchtreffer zu liefern. Facebook dagegen trifft Aussagen zum Umfang, zur Ausbreitung und zur Veränderung von Beziehungen und will wissen, wie Freundschaften entstehen und bestehen bleiben:

The type of things that people reveal on Facebook are the kind of things that sociologists have tried to collect through surveys for decades. Say I want to understand how the divorce rate is changing — for a social scientist to produce a report on this, it would take a team of researchers, a company to collect the data.

Unbestritten – aber Facebook spricht nun einmal nur für einen Teil der sozialen Schichten. Noch weniger repräsentativ wird Facebook, wenn man sich die Markteinteile in USA anschaut: Knapp 59% aller Seitenbesuche auf Social Networks kassiert Facebook. Immerhin 30 Prozent der Klicks kommen auf MySpace. Ausserdem sind Frauen in fast allen Netzwerken in der Überzahl (Frauen tratschen, Männer posen – auch im Web).

Selbst Psychologieprofessor James W. Pennebaker, der für die Wertung der Worte auf Facebook verantwortlich war, räumt ein:

I could imagine it would allow us to look at a group of people, get a sense of what their concerns are, how insecure they feel. It could be an advertiser’s dream. Yes, it is creepy from a government perspective, but it is even creepier from an advertising perspective.

Für Marketiers ist der Stoff auf Facebook also ebenfalls kaum verwertbar. Dabei sind Social Networks gerade für Marken besonders interessant: Freunde sind gleichzeitig diejenigen, deren Empfehlungen zu Produkten und Dienstleistungen wir vertrauen. Dafür braucht es allerdings mehr, als die Auswertung verwendeter Worte der Nutzer.

Wir brauchen einen Social Media Guru

Veröffentlicht am 06. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Jennifer Leggio stellt zu recht die Kompetenzen vieler Social Media Berater in Frage. Noch wichtiger, als das “schlaue” Gerede eines selbsternannten Gurus ist der Track Record – abgeschlossene Projekte, die beweisen, dass er Unternehmem kompetent in Sachen Social Media Präsenz unterstützen kann. Wozu braucht man einen Social Media Berater? Nur ein Grund von vielen ist, dass 92 Prozent der Inhalte im Netz von Benutzern selbst erzeugt werden. Das bedeutet zugleich, dass hier über Marken gesprochen wird – ohne dass diese direkten Einfluss auf die Konversationen hat. Dieses Video zeigt die komplette Antwort auf die Gretchenfrage:

Twitter – eine Modeerscheinung?

Veröffentlicht am 01. Oktober 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

vanity fair befragung

Was im US-Wahlkampf so vorbildlich eingesetzt wurde, scheint trotzdem nicht gang und gäbe in der amerikanischen Bevölkerung. Der Vanity-Fair-Umfrage “60 Minutes” zufolge ist die nämlich überhaupt nicht überzeugt vom Microblogging-Tool.

Nur 15 Prozent der Amerikaner sehen Twitter als relevant für die Massenkommunikation, so die Ergebnisse der August-Befragung. Fast 40 Prozent der 1.097 Teilnehmer geben an, dass das Tool auch wieder verschwinden wird – hier spielen wohl Zweifel an der Nützlichkeit und Bekanntheit von Twitter eine große Rolle. Ein Drittel hat noch nicht einmal vom 140-Zeichen-Service gehört! Eine derartige Umfrage würde in Deutschlang wohl noch eindeutiger gegen Twitter ausfallen.

Twitter ist also doch (noch) kein Massenphänomen? Hat es überhaupt eine Zukunft? Vielleicht spielt die digitale Kluft eine entscheidende Rolle. Clay Shirky hat eine andere Erklärung. Social Media Tools wie Twitter müssen erlebbar und interessant gemacht werden, so der bekannte Web 2.0 Autor, damit die Angst, Dinge zu publizieren, verschwindet:

The new digital divide question is, how do we go to people who don’t sense they have permission to speak in public and offer them that permission? And then the other, as you say, is the interest. If there are people who are just uninterested in this stuff, how can you make an experience that’s still satisfying for them as, you know, traditional consumers of media, without making them feel bad for not being the people posting the Flickr pictures of potholes or, you know, adding a comment to an NPR story?

Klassische Rollenverteilung beim E-Shopping

Veröffentlicht am 25. August 2009 von Anna Friedrich | Trends, Web 2.0

Die Evolution lässt uns auch beim Einkäufen im Internet nicht im Stich. Bei den zwei Drittel der Internetnutzer, die online nach Produkten oder Services recherchieren, zeigen sich deutliche Geschlechterunterschiede: Männer jagen und Frauen sammeln. Die Jäger suchen gezielt nach Dienstleistungen oder bestimmten Waren, die sie kaufen wollen. Sammlerinnen dagegen schlendern erstmal ausgiebig durch die Online-Marktplätze. Dies ergibt eine Innofact-Befragung von 1.000 Konsumenten, die von Scout24 in Auftrag gegeben wurde.

Genau genommen sind es 44 Prozent der männlichen Genossen, die so schnell wie möglich ans Ziel – nämlich das gesuchte Produkt – wollen. Rund 60 Prozent der Frauen lassen sich gerne inspirieren von den Shops und treffen seltener direkt Kaufentscheidungen. Immerhin, die Erwartungen an die digitalen Einkaufsläden sind die gleichen: 70 Prozent der Studienteilnehmer insgesamt bevorzugen Shops und Marketplaces mit einem großen Produkt – und Informationsangebot. Auch Preis- und Leistungsvergleiche wird Wert gelegt. Die Ergebnisse zeigten auch, dass Kaufentscheidungen bei einem Großteil der 84 Prozent der Befragten, aufgrund von Empfehlungen anderer User beeinflusst werden.

Zudem bestätigt die Umfrage den Trend hin zum Social Shopping. So gaben 84 Prozent der Befragten an, nicht mehr nur den Produktinformationen von Händlern und Herstellern zu vertrauen, sondern sich zunehmend an Bewertungen und Beurteilungen anderer Nutzer zu orientieren.Bild 7

Im offline Supermarkt scheint sich die “Wählerischkeit” der Frau zu lohnen: eine Nestlé-Studie unter 4.000 Verbrauchern ergab, dass nur Frauen auf frische Lebensmittel mit hoher Qualität und wertvollen Nährstoffen wert legen. Sie planen ihren Einkauf ausführlich, vergleichen Preise und Inhaltstoffe, wohingegen Männer ohne Nachdenken zum “Standard”-Lebensmittel greifen, um danach direkt zur Kasse zu flüchten.

Marken müssen sprechen lernen

Veröffentlicht am 12. August 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Werbung

Werbung nervt. So kreativ ein Slogan auch sein mag: selten motiviert er uns, das beworbene Produkt zu kaufen. Unser Kaufverhalten verändert sich – insbesondere durch die Sozialisierung des Netzes. Hugh MacLeod bringt es mit seiner Illustration auf den Punkt:

Auf die neuen Bedürfnisse der Kunden reagieren die Marketiers dieser Welt: allerorts beißen sie in den sauren Apfel und reduzieren die Budgets für klassische Werbung. Laut den Marktbeobachtungen von Nielsen Global AdView schrumpften die Werbeausgaben für Kommunikationsmaßnahmen in den klassischen Medien weltweit im ersten Quartal 2009 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa 88,4 Milliarden US-Dollar wurden für Inserate, TV-Spots und Radio-Werbung ausgegeben. Prognosen in Amerika setzen auf einen weiteren Rückgang der Werbespendings. Nielsen Media Deutschland berichtet heute erstmals überraschend von einem Zuwachs in Deutschland um 2,2 Prozent.

Viel stärker beeinflusst Konsumenten die Meinung von Bekannten und Freunden. Von allen Internetnutzern, die in USA ein Produkt aufgrund einer Empfehlung kauften, stammte der Rat bei 34 Prozent vom direkten Kontaktnetzwerk (Mintel). Ein Viertel hörte auf die Empfehlung des (Ehe)Partners. Patrick Quinn von PQ Media bestätigt:

The most influential marketer in a consumer’s life is someone they know and trust, such as a family member, friend or colleague.

Marken haben das Potential, Mundpropaganda im Netz für ihre Zwecke einzusetzen, längst erkannt. Online-Kanäle finden immer mehr Nutzer und machen Word-of-Mouth Initiativen genau deshalb so interessant: Blogs, soziale Netzwerke und Communities sind DER Ort, an dem sich eine wachsende Anzahl an Konsumenten über Produkte austauschen.

US Word-of-Mouth Marketing Spending, by Segment, 2008 & 2009 (millions, % change and % share) So investieren US-Marketiers vergleichsweise mehr Geld in Word-of-Mouth Marketing, wie eine Untersuchung von PQ Media bestätigt. 2008 wuchsen die Ausgaben hier um gut 14 Prozent auf mehr als 1,5 Millarden Dollar. Zwar sollen Ausgaben in Mundpropaganda in diesem Jahr “nur” gut 10 Prozent wachsen. Insgesamt rechnet das Analyseinstitut aber mit einem weiterhin starken Wachstum im Segement auf 3 Milliarden Dollar in 2013.

CEO Quinn glaubt, der Trend zum Menschen als Sprachrohr für Marken steht erst am Anfang:

Despite impressive growth in the industry, word-of-mouth remains just a fraction of the overall advertising and marketing landscape. (…) But double-digit growth in this economic environment is a strong sign of an increasingly prevalent role in the future.

Wird die Klassik untergehen? Amir Kassai spricht in einem Spiegel-Interview aus, was sich bisher kaum einer getraut hat:

Verändert sich aber die Werbebranche nicht, wird sie wie die Musikindustrie untergehen. Die klassische Werbeagentur kann nicht überleben. Aber die Bettdecke, unter der man liegt, ist eben noch lauwarm, und man scheut sich, freiwillig raus in den Regen zu gehen. Für manche kommt aber auch der lauteste Schuss zu spät.

What the … is Twitter?

Veröffentlicht am 29. Juli 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Diese Frage stellen sich viele, die beruflich nicht im Web 2.0, Marketing oder PR-Bereich unterwegs sind. Eine aktuelle Studie von Harris Poll und LinkedIN (PDF) bestätigt, dass das Microblogging-Dings bei den Konsumenten wenig bekannt ist.

In der jüngeren Generation scheint der Dienst gar nicht angekommen zu sein. Einem Morgan Stanley Report zufolge ist er für Teenager eher “uncool”:

Teenagers don’t use Twitter, the short-form Web messaging service, adding they realize that their ‘tweets’ are pointless as no one is viewing their profile.

Während das Gros der Werber es für ein sehr wichtiges Marketing-Tool hält, wissen 69 Prozent der gut 2.000 befragten Konsumenten nach eigenen Aussagen nicht genug über Twitter, um den Service zu beurteilen. Dagegen konnten lediglich 17 Prozent der Marketiers wenig mit der Microblogging-Seite anfangen.

Reasons that US Internet Users* Use Twitter, by Gender and Age, Q2 2009 (% of respondents in each group)

Wer nutzt Twitter wie und warum? Das “Consumer Internet Barometer” von TNS in Zusammenarbeit mit dem The Conference Board, hat untersucht, warum Menschen überhaupt Twittern. Ihre Untersuchung ergab: knapp 42 Prozent der Nutzer wollen auf diesem Weg mit Freunden in Kontakt bleiben. 29 Prozent nutzen Tweets dazu, ihren Status bekannt zu geben, 26 Prozent finden über den Service Nachrichten und halten sich auf dem Laufenden. 22 Prozent der Befragten setzen es für berufliche und 9 Prozent für Recherche-Zwecke ein.

Spannend hierzu auch die leicht unterschiedliche Nutzungsweise von männlichen und weiblichen Twitterern. Typisch: Männer sind besonders Organizations/People Whom US Internet Users* Interact with on Twitter, by Gender and Age, Q2 2009 (% of respondents in each group)interessiert daran, Nachrichten zu finden, während Frauen eher das Mitteilungsbedürfnis haben, ihren Status zu aktualisieren.

Im Umkehrschluss heißt das: ich twittere nur, wenn auch meine Freunde dies tun – so verhält sich die Nutzung auch bei sozialen Netzwerken, in denen sich nur bestimmte “Gruppierungen” aufhalten (s. Blogbeitrag Dein Netzwerk weiß, was du tust). Biz Stone aus dem Gründungsteam sieht selbst ein, dass Twitter-Neulinge sich mit der Seite schwer tun:

We need to do a better job of explaining ourselves to people who hear about us and then have no idea what do to.

Genau deshalb positioniert sich Twitter neu. Statt eines sozialen Netzwerkes soll die Seite nun wiederspiegeln, was die Welt bewegt. Nur wer auf Twitter ist, erfährt die aktuellen Trends, wie Mashable zusammenfasst:

Branding Twitter as the one place where you are plugged in to the collective world makes it tougher to ignore. You can say “I don’t feel like updating people on my life,” but it’s far tougher to say “I don’t care about what’s happening in the world.” Welcome to Twitter, the hotspot of cultural and global relevance. Welcome to Twitter, Version 2.

Der erste Schritt dazu scheint die heute gelaunchte neue Startseite, die auch neue Nutzer zum Zwitschern animieren soll.

Trotzdem ist unklar, ob der “Welt-Ansatz” Twitter nun zum King des Webs machen kann. Wenn fast drei Viertel der Amerikaner nichts die 140 Zeichen-Welt sinnlos finden, sehen deutsche Konsumenten das sicherlich nicht anders. Der neue Share-Dienst Posterous dagegen könnte auch für weniger Web-affine leicht zu nutzen sein. Social Wayne glaubt, es ist “the next big thing”.

ÖkoLOGISCH? Trendstudie zur Zukunft des Ethischen Konsums

Veröffentlicht am 03. Juli 2009 von Anna Friedrich | The Work, Themenmanagement, Trends

Wir kaufen den Bio-Käse bei Aldi, den Bio-Kaffe bei Tchibo und die ökologische H&M-Baumwoll-Kollektion. Längst hat der Öko-Trend sich in allen Bereichen der Konsum-Industrie durchgesetzt. Wer die wachsende Generation der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) begeistern will von seiner Marke, muss nachhaltig denken und handeln.

Nach der OTTO-Trendstudie Konsum-Ethik 2007 (pdf) startet das Trendbüro nun eine Neuauflage der Untersuchung zum Thema Nachhaltigkeit. Der Hamburger Online-Versand-Riese will darin die Zukunft des Ethischen Konsums genauer unter die Lupe nehmen. Fünf erarbeitete Herausforderungen sollen in den kommenden beiden Wochen auf der kooperierenden Utopia-Community, der Internet-Plattform für strategischen Konsum, thematisiert werden. Die ersten drei davon sind:

1. Herausforderung: Von der Elite zur Masse
Ist ethischer Konsum ein Luxusphänomen?

2. Herausforderung: Vom Wissen zum Handeln

Können wir die breite Masse dazu bewegen, ethisch(er) zu konsumieren?

3. Herausforderung: Von Produkten zu Beziehungen

Wie können wir unser reichhaltiges Wissen und Alltagserfahrungen stärker bei Unternehmen einbringen?

Ihre Meinung zum Thema ist gefragt! In der Diskussionsgruppe-Gruppe „Die Zukunft des ethischen Konsums“ auf Utopia können Sie loswerden, was aus Ihrer Sicht Sache ist!

Wer findet, der sucht

Veröffentlicht am 25. Juni 2009 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Mit der wachsenden Internetnutzung multiplizieren sich auch die Inhalte im Web. Ein Überfluss an Informationen bedeutet für uns: wir müssen filtern, um überhaupt etwas aufnehmen zu können von dem “Zuviel”. Das geht am Einfachsten über Google & Co.

Damit sie bei ihren Kunden ins Gespräch kommen und relevant bleiben, investieren Unternehmen seit je her in Suchmaschinenmarketing. Klickraten allein aber machen keine Marke, keine Website, keinen Blog und keine Person berühmt und bringt sie ebensowenig auf die ersten Ränge der Suchmaschinen. Marken werden genauso dezentral wie der Rest des neuen Open Social-Webs.

Wer glaubt, sein Geld sei gut in SEO (Search Engine Optimization) investiert, schafft selten den gewünschten Erfolg. Steve Rubel ist überzeugt, dass man sich die Sichtbarkeit im Netz verdienen muss. Der Konsument von heute verlässt sich bevorzugt auf Referenzen – Empfehlungen von anderen. So nannten bei einer Befragung der Duke University Fuqua School of Business in Zusammenarbeit mit der American Marketing Association (AMA) insgesamt 65 Prozent “Vertrauen” als einen der drei wichtigsten Faktoren für den Kauf von Produkten.

Für die Veränderung der Suchmaschinen-Landschaft nennt Rubel deshalb technologische und soziologische Gründe: Websites, Blogs und Social Networks mit einer hohen Reputation werden von den Suchalgorithmen besser gefunden. Der eigentliche Wandel kommt jedoch von den Internetnutzern selbst: wir werden schlauer bei der Suche nach Inhalten.

So bezieht sich Rubel auf eine Studie von Hitwise, nach der die Suchanfragen mit acht Wörtern seit dem Jahr 2004 um 34.000 Prozent (!) angestiegen sind. Und, besonders Internetaffine benutzen Live-Suchen wie Twitter Search. Laut Compete.com zählte die Twitter-Suche allein 2,7 Millionen Besucher (unique visitors) im April 2009.

Ganz klar: die Sichtbarkeit online ist höchstens die halbe Miete. Die andere Hälfte ist die eigene Reputation. Und die kann nicht gekauft, sondern nur nach und nach erarbeitet werden. Zusätzlich zum SEO braucht es für Rubel zwei weitere Disziplinen zur Sichtbarkeit:

The first is reputational search. The premise and promise here is that any company, nongovernmental organization or brand can apply a search mindset to tried-and-true PR tactics and, in the process, influence the results around certain keywords.

The second is social search. As more searches take place inside social networks such as Facebook and Twitter, brands that are early adopters in building out “embassies” will be more visible.

“Markenführung in Zeiten des Social Web heißt, Zufriedenheit sichtbar machen.” Das heißt, gefunden wird die Marke nicht mehr über ihre eigenen Websiten, sondern über Gespräche in Foren, Communities und Fachblogs. Der Ruf einer Marke entsteht dort, wo wir keinen direkten Einfluss haben. Ein Konsument wird nicht zum Fan, weil die Produkte bei Google auf Rang 1 gelistet werden, sondern weil ihre Freunde sie ihnen empfehlen. Das müssen SEO-ler begreifen, um zu überleben, bestätigt auch Rubel.