Das Klamottenlabel French Connection (FCUK) hat als erste Marke eine Social Media Kampagne gestartet, die den neuesten und vielleicht auch abartigsten Schrei im Netz einsetzt. Chatroulette ist eine Plattform für Videochats nach dem Zufallsprinzip. Die Systematik ist ganz einfach: Man startet Chatroulette und bekommt den ersten Videopartner. Ist dieser nicht interessant, klicken die Chatter auf “next” und schon geht das Spiel von vorne los.
Erfinder des Chat-Experiments der 17-jährige Russe Andrej Ternowskij – er suchte eine Möglichkeit, mit seinen Freunden online per Video zu kommunizieren. Gut 1,5 Millionen Nutzer weltweit, davon ein Drittel aus USA, suchen mittlerweile auf Chatroulette die etwas anderem Art der Konversation. Im Gegensatz zum Aussterben der Privatsphäre auf den gängigen sozialen Netzwerken, kann man sich hier völlig anonym von Webcam zu Webcam hangeln.
Bei einem Männeranteil von über 70 Prozent ist klar, wer die größere Auswahl hat. Und hier greift die FCUK-Idee MANIFESTO an:
Männer werden aufgefordert, dort eine Frau zu verführen und dies entsprechend als Beweis aufzunehmen. Der Gewinn ist ein Gutschein für FCUK-Kleidung im Wert von 250 Pfund. Eine ausgefallene und vor allem mutige Aktion, um Fans zu involvieren: die FCUK-Klientel ist sicherlich weit entfernt vom Großteil eines 08/15 Chatroulette-Nutzers. Laut Mashable sind es 14 Prozent Perverslinge – will sich die Marke wirklich mit solchen Menschen auf eine Stufe stellen? Oder kommt es darauf gar nicht an? Auf dem Blog der Kampagne finden sich einige lustige Versuche von Bewerbern.
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25. Februar 2010
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Anna Friedrich
Amerika ist bekannt dafür, aussergewöhnliche Werbebotschaften zu zensieren oder zu verbieten. Jetzt sorgt eine provokative Anti-Raucher-Kampagne der französischen Nichtraucher-Organisation DNF (Droits des non-fumeurs) für Aufruhr im Sechseck. Politiker wie die französische Familienministein Nadine Morano forderten, die Kampagne aufgrund der sexuellen Anspielung zu stoppen.
Denn die Jungen bzw. die junge Frau auf den Fotos sind in einer eindeutig zweideutigen Situation abgebildet mit dem bezeichnenden Claim: “Smoking means being a slave to tobacco.” DNF-Chef Rémi Parola verantwortet die Kampagne und sieht die konservativen Argumente der Gegner nicht und besteht drauf, dass die Intention der Idee nicht auf Sex basiert:
Selten gelingt es Kampagnen, für ein verdrängtes Gesundheitsthema wie Rauchen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu erlangen. Dabei braucht es das dringend: 40 Prozent aller Raucher zwischen 12 und 25 sind süchtig, jährlich Sterben allein in Frankreich 66.000 an den Folgen des Nikotinkonsums.
Jetzt, wo es die Nichtraucher-Organisation mit ein wenig Provokation schafft, bietet die französische Regierung Paroli. Die Darstellungen seien unanständig und anstößig, heißt es und es gäbe bessere Wege, um Teenager vom Rauchen abzuhalten.
Noch existieren die Fotos nur im Internet und in den zahlreichen Medienberichten, die Resultat der heißen Debatte sind. Heute beschloss DNF, die Kampagne auzugeben. Doch hat sie mit dem enormen Media-Buzz schon mehr erreicht, als erwartet.
Der Zweck heiligt die Mittel. Wie würde man hierzulande auf eine solche Kampagne reagieren? Wenn sich die Mehrheit über eine betrunkene Margot Käßmann am Steuer aufregt, würden unsere Politiker wohl auch an dieser Kampagne kein gutes Haar lassen. Vielleicht spielen steuerzahlende Tabakkonzerne ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle im Interesse der Regierungen.
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9. Februar 2010
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Anna Friedrich
Dass “Freunde” die Quelle unseres Vertrauens sind, wollen aktuelle Ergebnisse des Edelman Trust Barometers widerlegen. Laut der Befragung von 4.875 informierten Menschen auf fünf Kontinenten nimmt unser Vertrauen in unsere eigenen Freunde ab. Nur noch ein Viertel der Studienteilnehmer geben an, dass die Meinung ihrer Freunde für sie zählt.
Hier ist die Definition des Begriffes “Freund” äußerst missverständlich. Er hat in Zeiten von Social Networks eine völlig neue Bedeutng: die amerikanische Oberflächigkeit hat auf die deutsche Übersetzung von “Friend” abgefärbt. Ein Freund bei Facebook oder gar Twitter ist nicht gleichbedeutend mit dem Freund im echten Leben. Online vernetzen wir uns auch mit weniger guten Bekannten. Das Leben ist schnelllebig, wir ziehen häufiger um und treffen überall auf der Welt Menschen, mit denen wir uns “unverbindlich” auf Social Networks verbinden (ein Oxymoron an sich). Dass wir sie in unsern Kontakten haben, macht sie aber nicht zu einer vertrauenswürdigen Person. Ihre Meinung interessiert uns kaum im Vergleich zu langjährigen Freunden, mit denen wir regelmäßig kommuniziern.
Dementsprechend falsch ist auch die Schlussfolgerung der Studie. Die gängige Social Media Marketing Philosophie geht nicht auf, heißt es. Richard Edelman, CEO, persönlich ist der Überzeugung, dass Marketiers umdenken müssen. Peer-to-peer Netzwerke sind die falsche Quelle, um virale Botschaften zu verbreiten und Konsumenten glauben Dinge nur noch, wenn sie sie über mindestens fünf verschiedenen Kanälen erfahren. Er sagt weiter:
5.000 Studienteilnehmer sind nicht repräsentativ für die Welt und haben sicherlich auch ein unterschiedliches Verständnis von einem “Freund”. Wie hoch der Grad der gegenseitigen Bekanntheit ist, das definiert die Studie leider nicht.
Daher glaube ich nur bedingt an das Fazit von Herrn Edelman. Ja, eine Empfehlung ist umso plausibler, je öfter man sie hört. Dennoch geht es in unserem persönlichen Netzwerken niemals um Quantität. Von meiner Schulfreundin, die ich 20 Jahren kenne, nehme ich eher eine Meinung an als von drei relativ neuen Bekanntschaften, deren Urteilsvermögen ich schlecht einschätzen kann. Das bestätigt auch Zocalo-CEO Paul Rand, der auch Präsident der Word-of-Mouth Marketing Association ist:
Die Glaubwürdigkeit unserer Freunde insgesamt mag mit den stetig wachsenden Netzwerken und der damit verbundenen “Überinformation” sinken. Dennoch wird sich unser Grundvertrauen in die (wenigen) guten Beziehungen dadurch nicht ändern. Und vor allem wird es sie immer geben: die Mavens, die Meinungsführer in einem bestimmten Expertengebiet, deren Überzeugungskraft und Einfluss uns zum Nachahmen animiert. Marketiers müssen nur wissen, wo sie diese “Influencer” finden, so auch Consumer Practice-Chefin Christina Smedley:
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11. Januar 2010
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Anna Friedrich
Daisy ist in Deutschland im vollen Gange. Wir haben – trotz Krise – nichts zu fürchten vor der unsäglichen Kälte. Und so regen wir uns über Textilunternehmen auf, die ihre nicht verkaufte Ware zerstören, anstatt sie den Armen zu spenden.
Sich mokieren und nichts tun, das können wir gut. Deshalb wollen wir es jetzt mit einer Charity-Aktion, ins Leben gerufen von Daniela Kunde, die soziale Kälte bekämpfen. In der Facebook-Gruppe Kleidung gegen Kälte ruft sie auf, nicht benötigte Kleidung an Hilfsorganisationen in der Nähe zu spenden.
Das ganze funktioniert Social Media gerecht: jeder geht seine Schränke durch und fotografiert alle Fundstücke, die er für wohltätige Zwecke abgeben möchte. Nach dem Upload der Bilder auf Facebook geht’s dann ab in die nächste Annahmestelle der Diakonie, caritas oder einer anderen Hilfsorganisation in Eurer Nähe (genaue Infos finden sich auf Facebook).
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15. Dezember 2009
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Anna Friedrich
Social Networks, insbesondere Facebook, sind nicht nur bei älteren Nutzern beliebt, wie eine Studie von Anderson Analytics berichtet. Unter US-College Studenten ist der Coolness-Faktor von Facebook als Social Network nicht zu toppen.
Aber auch als Lieblings-Website macht es deutlich vor dem Such-Giganten das rennen: Facebook wird mit 27,4 Prozent deutlich gegenüber Google (6,3 Prozent) bevorzugt.
Managing Director Tom H.C. Anderson sagt zur Befragung der rund 1000 Studenten aus der Generation “GenX2Z”:
Diese Coolness scheint zudem eine Rolle zu spielen, wenn es um den Umgang mit Datenschutz auf Facebook und Co. geht: Eine Untersuchung von Sophos Australien belegt, dass über die Hälfte aller Facebook-User blind jede Freundschaftsanfrage bestätigt.
Interessant ist außerdem, wie die Studenten sich online zu Produkten informieren: Sie nutzen dazu nicht nur Websites (80 bzw. 76 Prozent), sondern auch soziale Netzwerke (58 bzw. 44 Prozent). Besonders auffällig ist hier, dass die befragten Frauen sich insgesamt intensiver mit Produktinformationen auseinander setzen.
Dass Nutzermeinungen aus dem Netz den Kauf eines Produktes bestimmen, belegt auch die aktuelle Umfrage von Fittkau & Maaß. Die Online-Marktforscher berichten, dass von den 120.000 Befragten 48,9 Prozent sich anhand einer Rezensionen zun Kauf eines Proudktes entschieden. Mit 10 Millionen Unique Visitors im Oktober ist Facebook das meist frequentierte soziale Netzwerk in Deutschland.
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8. Dezember 2009
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Anna Friedrich
Das iPhone macht es möglich: Plötzlich erleben Kunden Marken in Echtzeit. Jederzeit und überall können sie mit dem Brand interagieren und sich überraschen lassen. Frei nach dem Motto “Viel hilft viel” meint es manch ein Markenimperium aber zu gut.
iPhone-Applikationen gibt es wie Sand am Meer – bei den mehr als 100.000 Apps auf dem Markt verliert sich meist die Bedeutung einer einzelnen Anwendung. Was bringt diese App-Mania der Marke denn wirklich? Mit einer iPhone-Anwendung allein gelingt es keinem Unternehmen, einen positiven Buzz zum Produkt zu erzeugen.
Das belegt jetzt eine Untersuchung von Porter Novelli zusammen mit Crimson Hexagon für das US-Marketingmagazin Ad Age. Eher ernüchternd, die Ergebnisse: Über die in diesem Jahr gelaunchten gebrandeten Apps wurde kaum gesprochen.Wenn Konversationen statt fanden, waren diese relativ neutral und verpufften schon bald nach dem Launch der Anwendung. Es ging mehr um die Tatsache, dass Marke X nun eine Applikation herausgebracht hat. Insgesamt nahmen Konsumenten die Marke nicht positiver wahr als zuvor.
Dies erklärt Megan Costello, Managerin bei Crimson Hexagon, einem Unternehmen, das Konsumklimata misst. Für die besagte Studie prüfte Crimson Hexagon den Buzz zu den iPhone Apps von Barnes & Noble, Dunkin’ Donuts, Pizza Hut sowie Whole Foods vor, während und nach deren Launch. Insgesamt wurden 2,4 Milliarden Posts anaylisiert und die Konversationen, die darauf aufbauten.
Die Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, dass Applikationen vielleicht eine kurzzeitige Aufmerksamkeit schaffen. Sie können die Kundenbindung vertiefen und vielleicht die Umsätze innerhalb eines kurzen Zeitraums steigern. Für eine langfristige Bindung an die Marke sind sie aber gänzlich ungeeignet.
Das liegt laut Porter Novelli-Chef Joe Russo auch an der Vielzahl der Anwendungen. John Makkar vom Digital Attention Blog zählt dato 270 Brand-Apps allein in USA (s. Google-Spreadsheet). Nicht zu vergessen, dass die Markteinteile des iPhone aktuell immer noch unter 10 Prozent liegen, so die Schätzung von Gartner-Analysten.
Die gute Nachricht der Studie: Marken brauchen nicht unbedingt eine App, wie Ed Schneider von Crimson Hexagon hervorhebt:
Brian Solis glaubt, dass gerade große Unternehmen ihr Potential im Bereich der iPhone Apps bereits ausgeschöpft haben. Vielmehr liegt die Zukunft der mobilen Applikationen bei den zahlreichen kleinen, unbekannten Brands: sie haben so die Chance einen Kanal zu ihren Konsumenten zu schaffen:
Solis integriert die Apps als Teil seines goldenen Dreiecks der Kommunikation, das in der komplexen Social Media Welt für unsere Aufmerksamkeit und Interakion mit der Marke sorgt. Das Engagement einer Marke verpackt in “Micro-Erlebnisse”:
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24. November 2009
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Anna Friedrich
Frauen kann man ab sofort mit dem iPhone klarmachen. „Amp up before you score“ heißt das Wunderpgoramm von Pepsi. Aber bevor Sie jetzt den iTunes Store stürmen: die Koffeinbrause-Getränkemarke musste das Program für experimentierfreudige oder gar frustrierte männliche iPhone-Besitzer wieder vom Markt nehmen.
Der Grund: Anstatt die Herzen von Cyber-Casanovas zu erobern, empörte die achso geniale Idee vor allem die Damenwelt. Warum die Aufregung? Die Applikation kategorisiert Frauen nach Vorlieben, Aussehen und Persönlichkeit: Von der Punk-Queen, zum Cougar, über die Baumumarmerin hin zur Jungschauspielerin liefert sie 24 Frauen(stereo)typen inklusive Background-Informationen und eben den erprobten Flirts-Sprüchen (hier geht’s zum Video). Wer erfolgreich beim Anmachen war, kann damit sogar direkt bei Twitter prahlen, so die geniale Idee von “Amp up before you score”.
Die zwar witzig gemeinte iPhone-Software sollte ein netter Bonus zur neuen Pepsi-Kampagne des Amp Energy Drinks werden. Statt werden Kunden dem Cola-Brause-Produzenten aber Sexismus und schlechten Geschmack vor. Der Konzern hat sich immerhin – wie passend – auch über Twitter für seinen frauenfeindlichen Fauxpas entschuldigt.
Vielen Marken fehlt auch im Social Media Bereich häufig das Feingefühl dafür, was ihre Konsumenten wünschen. Und: Programmierer sind nun einmal überwiegend männlich! Oder verstehen wir keinen Spaß Unternehmen lernen dank Social Media konstant vom Feeedback ihrer Konsumenten. Wenigstens macht sie das menschlich. Wichtig ist dabei, offen zu seinen Fehlern zu stehen, wie Pepsi es getan hat:
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18. November 2009
von
Anna Friedrich
Immer mehr Unternehmen sind bereit, sich aufs Glatteis zu begeben: sie wollen unbedingt präsent sein in sozialen Netzwerken. Denkfehler No. 1 dabei ist meist: “Je mehr Geld ich investiere, desto erfolgreicher bin ich.”
Soziale Medien funktionieren aber nicht wie die freie Wirtschaft. Es geht hier um die Begeisterung der Menschen, der Enthusiasten einer Marke, der Mavens. Die Kunden mitzureißen und interessante Dialoge mit ihnen und für sie zu schaffen, ist unbezahlbar. Es ist ein Spiel, auf das sich Unternehmen einlassen müssen, findet Alex Bogusky, Vorsitzender von Crispin Porter + Bogusky:
You can’t buy attention anymore. Having a huge budget doesn’t mean anything in social media… The old media paradigm was PAY to PLAY. Now you get back what you authentically put in. You’ve got to be willing to PLAY to PLAY.
Erik Qualman, der Autor von Socialnomics, stellt den (vermeintlichen) Social Media ROI mit anschaulichen Beispielen dar:
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28. August 2009
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Anna Friedrich
“Dell lies. Dell sucks”, schrieb Jeff Jarvis bereits 2005 über den großen Computerkonzern. Er wurde als Meinungsmacher und gleichzeitig größter Dell-Kritiker mit seinem Blog Buzzmachine berühmt. Doch Dell hörte zu und lernte aus der Kontroverse mit Jarvis. Den Vorsprung hat das Unternehmen sinnvoll genutzt, denn heute ist es ein gern genommenes Exempel für vorbildlichen Einsatz von Social Media. Dell twittert mit über zwanzig Accounts weltweit, bietet zahlreiche Facebook-Gruppen und -Seiten für seine Kunden, bloggt und ist einfach überall dort vertreten, wo seine Kunden sich über die Produkte unterhalten. Um es in den Worten von Scott Monty, Social Media-Experte bei Ford, zu sagen:
I believe that people would rather have a conversation with a person than a brand.
Laut Umfrageergebnissen von Equation Researchnutzen 60 Prozent der US-Firmen Blogs, Foren und sozialen Netzwerken als Marketingtool. Die Hälfte der Marketiers nannten dabei besonders Facebook, Twitter, Blogs und Online Videos als genutzte Tools. Doch 37 Prozent der Befragten wissen bei sozialen Medien nicht, wo sie anfangen sollen und weitere 37 Prozent gaben an, dass sie keinen guten Weg kennen, um seine Effektivität zu messen. Ein Viertel der Befragten hatten auch Probleme mit der Budgetierung.
Was jenseits des großen Teichs recht gut funktioniert, ist hierzulande ein Problem. Deutsche Unternehmen tun sich schwer, soziale Medien in den Geschäftsablauf zu integrieren. Während ein Teil bereits willig ist, sind nur wenige Konzerne erfolgreich dabei. Die Weisheit macht sich auch hierzulande breit, dass Kunden nicht mit Marken, sondern mit Gleichgesinnten sprechen wollen. Mit sozialen Netzwerken erschließt sich ein ganzes Set an einfach zu bedienbaren Tools. Nur muss man wissen, wie das geht (s. Die Entmythisierung von Social Media) .
Tim Halloran, Chef der Werbeagentur Brand Illumination und Marketing-Dozent in Atlanta, erklärt den “digitalen Schneeballeffekt”, den soziale Netzwerke auslösen, so:
In Deutschland sind Schätzungen zufolge gerade einmal 30 Prozent der Firmen in sozialen Netzwerken aktiv. Wie immer sind die USA ein weites Stück voraus, wie auch bei all den anderen IT-Neuerungen, so bestätigt auch Medienwissenschaftler Norbert Bolz.
Eine Befragung von 350 Führungskräften in deutschen Unternehmen belegt, dass mehr als 20 Prozent mit dem Begriff Web 2.0 nichts anfangen können. 34 Prozent nutzen Xing zum Networken, Personen suchen und Bewerber analysieren. Firmen-Blogs sind tendentiell eher uninteressant – ganze 12 Prozent der Chefs wissen noch nicht einmal, was ein Blog ist. Schockierend ist auch das Ergebnis, dass die Hälfte der Unternehmen auch in Zukunft nicht vor hat, Social Media für ihre Zwecke einzusetzen. Sicherlich fehlt hier vielen Entscheidungsträgern das Know-how über die Wirkungskraft der Netzwerke, wie die Brain Injection Studie schreibt.
Das Marktforschungsinstitut Nielsen zählt allein in Deutschland 1,99 Millionen Nutzer im Juli diesen Jahres. Davon sind aber die meisten private Twitterer. Diejenigen Unternehmen, die bei Twitter aktiv waren, sind hauptsächlich kleine und mittelständische deutsche Unternehmen. Eine Münchner Beratungsagentur fand heraus, dass 22 der 30 Dax-Unternehmen twittern, die meisten aber eher vorsichtig. Dabei ist Twitter ein geeignetes Marketinginstrument, gerade für kleine Unternehmen. Mediaguru Halloran glaubt, dass das digitale Equivalent für Word-of-Mouth Twitter ist. Bolz findet es auch sinnvoll, wenn Firmen zwitschern:
Der Konsument wird im Web 2.0 endlich greifbar und engagiert sich aus freien Stücken für eine Marke oder eine Sache. Dennoch: ob die Social Media-Aktivitäten “richtig” oder “falsch” sind, finden Unternehmen meist erst raus, wenn das Publikum reagiert. Planbar und skalierbar sind sie nicht. Halloran findet:
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22. Juli 2009
von
Anna Friedrich
Soziale Medien verändern den Weg zur Kaufentscheidung. Wer sich über ein Produkt informiert, legt Wert auf die Empfehlungen anderer. Dieser Film veranschaulicht, wie ein Konsument “tickt”, wenn er sich für eine Marke interessiert und sich zum Kauf entscheidet. So wird ein zufriedener Kunde ganz leicht selbst zum Markenbotschafter:
Mehr zum Thema Produktsuche im Netz gibt es im Themenblog-Artikel Wer findet, der sucht.