Archiv für die Kategorie ‘Virales Marketing’

Boost Engagement: Wie erfolgreich ist die Verknüpfung von Offline-Kampagnen mit Facebook?

Veröffentlicht am 25. Juli 2013 von Tina Günther | Facebook, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Bildschirmfoto 2013-07-22 um 15.01.46Softdrinks aus Automaten gegen Geld kennt jeder. Wie aber ist es, wenn der Automat statt Geld, Facebook-Likes nimmt? Facebook-Nutzer erhalten sofort einen Pepsi-Drink, sobald sie über ihr Smartphone oder am Touchscreen des Automaten die Unternehmensseite liken. Pepsi setzt damit einen weiteren Akzent in der Vermarktung besonderer Automaten. Bereits vor zwei Jahren führte Pepsi das Social Vending System ein: Fans können bei Angabe ihrer Daten personalisierte Videos sehen, oder Freunden ein Geschenk via Handy-Nachricht zukommen lassen. Pepsi testete die „Like-Machine“ erstmals bei einem Beyoncé Konzert in Belgien. Das Unternehmen lockte offline potentielle Kunden an und sammelte gleichzeitig Fans auf Facebook. Doch ist das ausreichend für eine gelungene Social Media Kampagne? Eine Facebook-Page mit über 50.000 Fans hat im Durchschnitt eine Engagement Rate von 0,19 Prozent. Die Engagement Rate von Pepsi Belgium liegt bei 0,02 Prozent – trotz erfolgreichem Post der Like-Machine: Post Engagement Rate: 0,76 Prozent.

Likes für Kleiderbügel im Laden? Auf Facebook sind Likes ein Indikator für die Beliebtheit der Produkte bei Kunden. In Offlineshops ist diese Art der Bewertung nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich C&A Brasilien eine Idee einfallen lassen: Die Fans können auf Facebook die Kleidung liken. Die Likes werden direkt an den Kleiderbügel versendet, an dem das Teil im Laden hängt. Diese, mit einem digitalen Zähler ausgestattet, wurden extra für die Kampagne hergestellt. Der Kunde im Laden und die Online-Fans sehen gleichzeitig, wie beliebt das Kleidungsstück auf Facebook ist. Auf den ersten Blick gibt es die gewünschte Interaktion: Die Fans liken, kommentieren und teilen die Kampagne. Die durchschnittliche Engagement Rate bei einer Fan-Zahl von über eine Million liegt bei rund 0,09 Prozent. Die Engagement Rate von C&A Brasilien liegt bei 0,01 Prozent. Im Vergleich zu Pepsi ist die Post Engagement Rate mit 0,04 Prozent ebenfalls sehr niedrig.

UnbenanntBeide Fälle zeigen, dass witzige Kampagnen und Fans alleine nicht ausreichen, um eine gute Engagement Rate zu erzielen. Die Studie von Facebook Karma Wie viele Likes, Comments und Shares sammeln Facebook Seiten? bringt es auf den Punkt: Die Anzahl der Fans auf einer Facebook-Seite sind in erster Linie nicht wichtig. Vielmehr kommt es auf die Aktivität dieser an. Likes, Comments und Shares sorgen für die virale Verbreitung von Produkten und damit für eine Steigerung der Sichtbarkeit. Im besten Fall wirkt sich eine hohe Viralität positiv auf die Kaufentscheidung aus. Ob die Kampagnen tatsächlich zu einer Umsatzsteigerung geführt haben, weiß ich nicht. Entscheidend ist die bewusste Umstellung der Social Media Strategie von Unternehmen: Im Vordergrund steht nicht mehr der wahllose Aufbau von Fans auf Facebook. Unternehmen legen ihren Fokus vermehrt auf den Dialog im Online- und Offlinebereich um damit die Interaktion auf Facebook zu steigern.

 

 

 

Influencer Relations: Der Wert authentischer Markenbotschafter

Veröffentlicht am 22. April 2013 von Sonja Petersmeier | Allgemein, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Ist jemand glaubwürdig, nur weil er bekannt ist? Hören wir Promis mehr zu? Und wenn ja, beeinflusst uns das Gesagte wirklich positiv? Und wie wichtig ist jemand, den wir nicht kennen, der aber auf Basis von Wissen und Erfahrung und in tiefer Überzeugung für eine Marke eintritt? Wer von beiden ist der wahre Influencer?

Chelsea Hickey, Marketing Manager bei Zuberance, hat dazu vor kurzem im Social Media Club einen interessanten Artikel veröffenlicht. Den Erkenntnissen können wir aus der Erfahrung unser täglichen Arbeit nur zustimmen.

  • Überzeugte Markenbotschafter sind 74 Prozent glaubwürdiger als allgemein reichweitenstarke Influencer
  • Die oft kurzlebigen Botschaften von Influencern beeinflussen eher den Verlauf von Nachrichten, die so in kurzer Zeit hohe Reichweiten erzielen können (z. B. Product Launches)
  • Nur authentische Markenbotschafter erzielen langfristigen Mehrwert für Unternehmen
  • Das Anwerben und Aktivieren nachhaltiger Markenbotschafter braucht Zeit

Hier geht es zum Artikel Influencers Versus Advocates – Who Really Matters? von Chelsey Hickey.

Die Kunst der Pressemittelung: Gute Inhalte statt SEO

Veröffentlicht am 23. Januar 2013 von Anna Friedrich | Medien 2.0, The Work, Virales Marketing, Web 2.0

Das Herz des leidenschaftlichen PRlers schlägt nicht für SEO, sondern für Inhalte, gute Stories und spannende Texte. Nichtsdestotrotz müssen sie das Thema im Hinterkopf behalten oder gar in die Taktiken der Kommunikationsstrategie integrieren – erst recht dann, wenn es sich um eCommerce-Geschäftsmodelle und/oder Online-Communities handelt.

Haben Pressemitteilungen nun einen positiven Effekt auf das SEO eines Unternehmens – ja oder nein? PR Newswire glaubt, die Antwort zu haben. Noch vor Jahren galt: Je mehr Links in der versendeten Pressemittelung integriert waren, desto mehr Backlinks als Resultat  - ergo desto höher die Sichtbarkeit der jeweiligen Website bei Google & Co. Doch, die Suche ist weitaus intelligenter geworden. Sie richtet sich nicht mehr nach Masse, sondern nach Klasse. SEO-spezialisierte Pressemitteilungen werden zwar indiziert, fallen aber aus dem Suchraster bei der Bewertung der Inhalte.

Auch, wenn Ihr hartnäckiger SEO-Berater Ihenn etwas anderes erzählt und die PR-Verbreitungsplattformen, die gerne Knebelverträge anbieten, das Gegenteil behaupten. Google selbst bestätigt, dass Links von Pressemitteilungen den Page Rank nicht beeinflussen. Nun gut, natürlich nicht direkt! Dennoch verarbeiten die Crawler der Suchmaschinen Inhalte von gut bewerteten Beiträgen – egal, ob es sich um Blogbeiträge, Pressemitteilungen oder sonstigen Posts handelt. Wie also Facebook-Posts und Tweets, können auch Pressemitteilungen das SEO  beeinflussen, doch verlagert sich der Anspruch auf die Qualität: Nur Inhalte, die gefallen, gefallen auch Google. Rod Nicolson von PR Newswire rät deshalb, was wir schon immer wussten:

Our advice is that we should write for our audience first, and then work to make the press release findable. By sharing information that your audience needs, or providing them with something else they want you’ll be using best practice that is as old as press releases themselves.

Es gibt also keine 08/15-Formel, nach der man das SEO pushen kann? Wunderbar! Das MAVENS PR-Team gibt nur Pressemitteilungen heraus, wenn es einen tatsächlichen Nachrichtenwert gibt, der die Chance hat, von Journalisten und Webnutzern aufgenommen und optimalerweise geteilt zu werden.

Wann werden Online-Inhalte öfter viral verteilt?

Veröffentlicht am 22. Januar 2013 von Stefan | Allgemein, Bloggerei, Journalisten, Medien 2.0, Online-Relations, Soziale Netzwerke, Storytelling, Trends, Virales Marketing, Web 2.0

Bild ViralDie beiden Professoren der University of Pennsylvania Jonah Berger and Katherine L. Milkman haben die Statistiken des Onlineangebotes der New York Times untersucht. Die beiden Professoren erhielten für die Studie “What Makes Online Content Viral?” Zugang auf die Auswertungen der “per Mail weiterempfehlen”-Funktion der New York Times. Die Studienautoren ermittelten auf Grundlage dieser Zahlenbasis, wie ein Artikel rein statistisch beschaffen sein muss, damit er von den Lesern häufig geteilt wird.

Das sind ihre Ergebnisse:

1. Auf die Länge kommt es an

Je länger ein Artikel ist, desto häufiger wird er erstaunlicherweise geteilt. Könnte man doch denken, dass die beklagte geringere Aufmerksamkeitsspanne dazu führt, dass diese Artikel sowieso niemand liest. Die Ergebnisse der beiden Autoren weisen aus, dass längere Artikel häufiger als kurze Artikel geteilt werden. Die Zahlen sind aber insbesondere für Journalisten beruhigend: Der größere Aufwand für längere Artikel lohnt.

2. Ärger, Ehrfurcht und Besorgnis helfen, traurige Inhalte nicht
Inhalte, die längere auf der Homepage verbleiben, werden öfter viral verteilt. Soweit nicht überraschend. Interessant wird es, betrachtet man die Gefühle, die Artikel auslösen: Wenn diese Ärger, Ehrfurcht oder Besorgnis (“anger, awe, or anxiety”) auslösen, werden die Inhalte häufiger geteilt. Traurige Leser teilen weniger. Den besten Viraleffekt erzeugt Ärger. Carson Ward schreibt in seiner Zusammenfassung der Studie im Blog eines SEO-Spezialisten in Seattle:

„Anger wins the award as the most viral emotion studied. Before belittling and insulting your readers, note that anger is typically directed at the topic – not the author or publication. Inciting anger in readers typically requires some tolerance for dealing with controversial topics.“

Auch wenn Ärger auslösende Artikel gemäß der Studie doppelt so viele Kommentare als andere Artikel erhalten, werden Marken weiterhin vorsichtig sein, in ihrer Kommunikation solche Themen anzuschneiden, vermuten die Autoren. Wir stimmen überein. Ihr wisst warum, ohne dass wir hier das Buzzword des Jahres 2012 nennen…McDonald‘s, ProSieben, H&M und Vodafone…genau!

Wenn Inhalte Ehrfurcht erzeugen oder die Leser  beeindrucken, ist das der zuverlässigste und sicherste Weg zu viralem Content.  Das überrascht nicht nur die Autoren der Studie. Allerdings spielen hier die gleichen Mechanismen eine Rolle, mit der uns spannende Filme und übermenschliche Filmhelden in ihren Bann ziehen („it’s the reason we can’t stop watching movies with big explosions and larger-than-life heroes“).

3. Zeigen Sie, dass Sie mitfühlen
Artikel und Posts, die ehrliche Emotionen enthalten, werden mehr geteilt. Diese Inhalte als professioneller Texter oder Journalist zu erzeugen, sei aber schwieriger als man meinen könnte. Gewollt emotionale Inhalte von Unternehmen gelingen selten, so die Autoren. Gleichzeitig gäbe es aber Massen an guten durchdachten Inhalten, für die sich niemand interessiert – einfach weil sie zu farblos und emotionslos sind. Eine schwierige Aufgabe also für alle Berufskommunikatoren da draußen.

4. Überraschend, interessant und mit Nutzwert
Das sicherlich am wenigsten überraschende Ergebnis, den das lernt man in jedem Social-Media-Seminar in den ersten Stunden, nützliche, überraschende und interessante Meldungen verbreiten sich stärker. Die Autoren ermittelten für diese Faktoren eine Rangfolge für die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Inhalte mit diesen Elementen geteilt werden: Mit +34% der praktische Nutzwert, gefolgt von „interessant“ mit + 29% und „überraschend“ mit 16%.

5. Prominente Autoren
Artikel von namhaften Autoren werden öfter weitergeleitet als Artikel unbekannter Autoren. Erstaunlich dabei: Ein bekannter Autor hilft sogar ein wenig mehr als guter Content. Dieses Ergebnis kann nicht alle überrascht haben, denn der US-Bloger Luke Clum schrieb bereits jüngst im Distilled blog:

…a common misconception has developed amongst SEO’s – mainly that good content speaks entirely for itself. While content is innately influential, it usually only carries the authority of its creator or publisher.

6. Weibliche Autoren
Texte weiblicher Autoren werden öfter geteilt. Die Gründe bleiben unklar: Werden die „besseren“ Themen gewählt? Lohnt es sich für Online-Redaktionen und Agenturen jetzt mehr Frauen einzustellen? Die Antwort muss diese Studie schuldig bleiben.

7. Humor hilft (fast) immer
Auch wenig überraschend haben humorvolle Inhalte eine höhere Chance, viral verteilt zu werden. Interessant ist aber die von den beiden Professoren angeführte Studie “From subservient chickens to brawny men”. Sie zeigte, dass 60 % der Werbung, die eine hohe Viralität hatte, von kleineren Firmen geschaltet wurde, obwohl insgesamt 62 % aller Spots von den Fortune 500-Unternehmen kamen. Die Autoren erklären es sich damit, dass kleinere Unternehmen mehr Mut haben, ungewöhnlichere und überraschendere Ideen umzusetzen. Humor hilft nicht immer, aber ist sehr oft Element viraler Inhalte.

Abschließend noch eine Checklist, um zu prüfen, ob Eure Inhalte eine gute Chance haben, sich viral zu verbreiten:

 Die „Viral-Checkliste“

  • Wird das Thema umfangreich genug beschrieben? Ist der Artikel lang genug? (24)
  • Wird ein Gefühl wie Ehrfurcht, Ärger oder Besorgnis erzeugt? (18)
  • Erzeugt die Tonalität des Textes Emotion(en)? (12)
  • Ist der Inhalt praktisch nutzbar? (16)
  • Ist er interessant? (14)
  • Ist er überraschend? (8)
  • Ist der/die Autor(in) bekannt oder genießt er/sie eine hohe Glaubwürdigkeit? (8)
  • Wenn es lustig sein soll – ist es tatsächlich lustig? Seid Ihr sicher, dass Eure Kollegen oder Freunde nicht nur nett sein wollen? (∞)

Da nicht alle Faktoren erfüllt werden können (Bitte in den Kommentaren gerne Links zu Texten, die vermeintlich doch alles erfüllen), haben die beiden Professoren noch einen Maximalwert des Faktors in Klammern angeben, um die Faktoren zu priorisieren. Ist die Gesamtpunktzahl nahe 100 ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Ihr einen viral erfolgreichen Text geschaffen habt.

Bic For Her – Schlecht für Bic

Veröffentlicht am 04. September 2012 von Anna Friedrich | Allgemein, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

So manche Marketingidee erreicht nicht den gewünschten Effekt bei der Zielgruppe. Besonders nach hinten los gegangen ist eine Beschreibung für Produkte eines bekannten Kugelschreiberherstellers. Unter dem Slogan „BIC for her – A gel pen essentially for women!“ wird eine neue Generation von Stiften speziell für Frauen beworben. Was nach einem schlüpfrigen Filmtitel klingt, ist ein Schreibgerät “spezifisch designt für Damenhände” mit “attraktiver pinker und lila” Farbgebung.

Die Begeisterung der Kundinnen hält sich in Grenzen. Die Quittung bekommt BIC gerade auf seinen englischsprachigen Amazon Seiten in Form der Kundenrezensionen serviert. Die Kommentatoren machen dort ihrem Unmut über das klischeebeladene Frauenbild Luft: Bereits mehr als 1.000 Produktbewertungen mit ironischen bis hin zu sarkastischen Anspielungen witzeln über die Kugelschreiber. So eine Nutzerin:

I love BIC Cristal for Her! The delicate shape and pretty pastel colors make it perfect for writing recipe cards, checks to my psychologist (I’m seeing him for a case of the hysterics), and tracking my monthly cycle. Ask your husband for some extra pocket money so you can buy one today!

Und ein männlicher Kunde bedankt sich etwa bei BIC dafür, seine Ehe gerettet zu haben:

I allowed my wife to write the grocery list with one of my pens. Shortly thereafter she went out and bought a bunch of flannel shirts, cut the sleeves off and grew a mullet. While she was writing her feminist manifesto, I secretly switched out the man pen with a BiC For Her. She’s now back to baking apple pies, vacuuming in heels, and popping bennies in order to keep her girlish figure… like a proper American gal.

Thank you BiC!

Die Geschichte hat in Sozialen Netzwerken in den USA und Großbritannien bereits einen beachtlichen Buzz erreicht. Und obwohl der Sturm schon eine Weile wütet, bleibt von BIC bisher jede Reaktion aus. Wie Unternehmen selbsironisch mit einem negativen Feuersturm im Netz umgehen, lest Ihr hier.

 

Vier Gewinnt: Die Online-Shopper Typologie

Veröffentlicht am 12. Juli 2012 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Wie shoppen Konsumenten und mit welcher Kommunikationsstrategie sprechen Unternehmen sie am besten an? Der US-Datenspezialist BloomReach hat in einer aktuellen Studie vier Typen der Online-Shopper identifiziert und will es Shop-Betreibern erleichtern, ihre Kommunikationsstrategie auf Zielgruppen abzustimmen.

Window-Shopper lieben Pinterest. Sie wissen nicht, was sie kaufen wollen und stöbern Klick für Klick nach besonderen Produkten. Mode oder Möbel, es gibt für jeden Geschmack das passende Board. Der Online-Store ModCloth schafft über der Plattform die Umwandlung der Flaneure zu Kunden. Ausgesuchte Bilder, eigene Inhalte und Beiträge von Followern sowie die richtigen Fashion-Angebote passen zum Geist der Pinterest-Enthusiasten.

Jäger haben ein klares Ziel. Sie sind Pragmatiker und kennen ihr Produkt. Sie wollen es schnell auffinden und einen vernünftigen Preis bezahlen. Die entscheidenden Kriterien sind: Such- und Kaufprozesse. Das US-amerikanische Designer Kaufhaus Neiman Marcus versteht sein SEO-Handwerk und bietet schnelles Pay-per-Click. Jäger werden hier artgerecht bedient.

Sammler wollen Schnäppchen. Sie haben Spaß an Rabatten und Gutscheinen. Unternehmen haben das verstanden und verschicken Promo-Links über Twitter. Die Studie schätzt die Konversionen über den Micro-Blog allerdings sehr niedrig ein. Wer keine Flash-Deals anbieten kann, braucht sich hier nicht zu bemühen.

Gärtner sind Marken-Enthusiasten. Diese Typen kultivieren ihre Liebe für Produkte und Brands. Sie wollen Gespräche über und mit Marken. Als Call-to-Action brauchen Gärtner relevante Inhalte: Fragen nach dem persönlichen Modegeschmack oder Beiträge zur Entwicklung neuer Produkte leisten, begeistern sie. Sie sind die aktiven Marken-Botschafter und geben Empfehlungen an ihre Netzwerke weiter. Hier ist Facebook das effektivste Tool. Die Begeisterung der Gärtner für die Marken schlug sich in der Studie in Traffic-Raten und realen Umsatzzahlen nieder.

Die Daten zu der Studie lieferte eine Untersuchung der Konversionen auf Ecommerce-Angeboten beliebter US-Modeanbieter.

Krümelmonster singt “Share it maybe”

Veröffentlicht am 10. Juli 2012 von Anna Friedrich | Bloggerei, Soziale Netzwerke, Virales Marketing

Auch das Krümelmonster aus der Sesamstraße weiß, wie man teilt. Fantastische Parodie des Songs “Call me maybe”:

Wenn der Blogger mit dem Vorschlaghammer droht

Veröffentlicht am 21. November 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0


Im Nu werden Unternehmen zu den Angeklagten, der Shitstorm im Social Web nimmt seinen Lauf. So auch im Fall von Siemens: Der chinesische Publizist Luo Yonghao nutzte seinen Blog als Reklamationskanal. Er ärgerte sich über die Qualität seines Kühlschranks und über die langsame Reaktion des Unternehmens. Innerhalb von zwei Monaten gelingt es dem in China bekannten Publizisten, eine gesamte Internetgemeinde gegen Siemens zu versammeln. Am vergangenen Sonntag dann zertrümmerte er vor dem Unternehmenssitz in Peking öffentlichkeitswirksam seinen Kühlschrank mit einem Vorschlaghammer

Offenbar hatte die zuständige PR-Agentur nicht schnell genug reagiert. Nicht nur das: man unterschätzte auch den Blogger mit seinen gut eine Million Lesern. Als das Reparaturangebot kam, hatte Luo Yonghao bereits eine Welle losgeschlagen. Längst ging es ihm nicht mehr um den Kühlschrank an sich. Er forderte ein Eingeständnis seitens Siemens’ zum Qualitätsproblem. Ein fataler Fehler, den das Unternehmen zu spät erkannte.

Während sich die einen über eine zu einfältige Bloglandschaft in Deutschland beschweren, lernen Marken wie im Falle von Siemens weltweit das Fürchten vor den Bloggern, die mehr und mehr die Welt bedeuten. Was früher Journalisten eigenständig ausführten, nehmen Konsumenten dank Social Media meist selbst in die Hand: Kritik an Produkten und Dienstleistungen – egal ob in fremden Märkten oder hierzulande. Die Verbraucher-Attacken erreichen dann (erst) die Medien.

Abgesehen davon, dass Unternehmen häufig selbst damit überfordert sind, reicht eine Reaktion allein in den sozialen Netzwerken nicht aus. Vielmehr gilt es nun PR-seitig sofort zu reagieren, um einen PR-Gau zu verhindern. Man nehme hierzulande den Shitstorm um eine Schlecker-Kampagne oder mehrere Fälle der Deutsche Bahn, die mittlerweile aus ihren Fehlern gelernt zu haben scheint.

Social Media verändert die Aufgaben von Public Relations. Das “Risiko” von Beschwerden, die esaklieren könnten, vervielfacht sich und erreicht dank Mundpropaganda ganz andere Sphären. Besser, als Dan Tisch, Präsident der Global Alliance for Public Relations and Communication Management, könnte ich es nicht formulieren:

In a world where the ordinary consumer is walking around with global publishing power in his or her pocket, the role of public relations and corporate communications has shifted from creating content to attempting to influence the content that’s created by others.

Fanjagd: Von Datenmüll zu Markenimpressionen

Veröffentlicht am 14. November 2011 von Anna Friedrich | Corporate Publishing, Facebook, Virales Marketing, Web 2.0

Stolze 3,4 Milliarden Word of Mouth (WoM) Impressionen zu Marken pro Woche allein in UK – auf dieses Ergebnis kommt Keller Fay Research. Danach unterhält sich ein erwachsener Brite durchschnittlich 78 Mal pro Woche über Marken. Face-to-Face-Empfehlungen schlagen Unterhaltungen online um Längen: 94 Prozent der Konversationen finden offline statt. Die Mehrheit der WoM Gespräche seien positiv, sie werden als glaubwürdiger empfunden und eher in Form von Empfehlungen weitergegeben. Beim Auslösen von der “Mundpropaganda” spielen Medien und Marketing eine wichtige Rolle – immerhin die Hälfte der Konversationen bezieht sich darauf.

Das Beratungsinstitut TNS hingegen will herausgefunden haben, dass Kunden sich online von Marken nicht verstanden fühlen. Mehr als die Hälfte aller Konsumenten wolle laut aktueller Studie auf Facebook, Twitter und Co. von Marken nichts wissen. Undifferenzierte und zu verallgemeinernde Digitalstrategien proudzieren vielmehr bergeweise Datenmüll anstatt zu unterhalten. “Fan-armen” Facebook-Accounts und Blogs ohne Leserschaft sind die Folge. Masse statt Klasse führt gleichzeitig zu einem Aufmerksamkeits- und Reputationsproblem für die einzelnen gute Präsenzen. Matthew Frogatt von TNS interpretiert die Ergebnisse so:

Winning and keeping customers is harder than ever. The online world undoubtedly presents massive opportunities for brands, however it is only through deploying precisely tailored marketing strategies that they will be able to realise this potential. Choosing the wrong channel, or simply adding to the cacophony of online noise, risks alienating potential customers and impacting business growth.

54 Prozent der befragten 72000 Konsumenten aus 60 Ländern bestätigen, dass soziale Netzwerke bei der Produkt- und Markenrecherche helfen. Für eine langfristige Kundenbeziehung müssen Marken aufpassen, dass sie nicht zu spammig werden. Dazu gilt es, geographische Unterschiede stärker als bisher beachten – eine global einsetzbare Strategie gibt es nicht. Hier eine schöne Zusammenfassung der interkulturellen Unterschieden im Social Media Umfeld:

Fazit: Social Media Plattformen sind der perfekte “Verstärker”-Kanal für Marketiers, um Konsumenten als Sprachrohr für die eigene Marke zu aktivieren – das haben Unternehmen richtig erkannt. Dass Konversationen ins offline weiter getragen werden, sollte nicht dem Zufall überlassen sein. Ein professioneller zielgruppengerechter Social Media Auftritt von Google Plus über Facebook hin zu Twitter bietet den notwendigen Platz und Kommunikationsanlass, um die eigenen Mavens zu erreichen und die Kundenbasis zu multiplizieren.

Dennoch ist es ein schmaler Grat zwischen dem, was Marken wollen – “mehr Fans” = Reichweite – und dem, was Agenturen predigen – “bessere Fans” = Qualität. Die eigene Fanbase mit Gewinnspielen zu pushen ist generell natürlich in Ordnung. Grundsätzlich sollte doch aber der Fokus eines jeden Unternehmens sein, die richtigen Fans auf den eigenen Social Media Präsenzen zu haben und mit auf sie zugeschnittenen Dialogen auf sie zuzugehen.

Kein Movement ohne den ersten Follower!

Veröffentlicht am 08. Juni 2011 von Anna Friedrich | Medien 2.0, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0

Ein großartiges Video von Derek Siver. Was sich hier beim spontanen Tanz am See zeigt, ist wunderbar übertragbar auf die Viralität von Botschaften: Los geht es mit einem, der die Idee hat, dem Anführer. Er hat den Mumm, als einziger da zu stehen und geht das Wagnis ein, sich lächerlich zu machen. Warum er imitierbar ist? Was er tut, ist so einfach, dass jeder ihm folgen kann.

Wichtiger noch als der Initiator ist der erste Follower: er ist der Maven, derjenige, der den Anführer nachmacht und allen anderen öffentlich zeigt, wie sie folgen können. Der Video-Sprecher beschreibt weiter:

Beachten Sie, dass der Anführer ihn als gleichwertig betrachtet, es geht nicht mehr nur um den Anführer – es geht um sie, Plural. Beachten Sie, dass er seine Freunde aufruft mitzumachen. Man braucht Mumm um der erste Anhänger zu sein! Sie fallen auf und machen sich tapfer lächerlich.

Der erste Anhänger zu sein ist eine unterschätzte Form der Führung. Der erste Anhänger macht aus einem einzelnen Fanatiker einen Führer. Wenn der Führer der Feuerstein ist, dann ist der erste Anhänger der Funke, der das Feuer entzündet. Der 2. Anhänger ist der Wendepunkt: er ist der Beweis, dass der erste gut gearbeitet hat. Jetzt ist er kein einzelner Fanatiker, und es sind nicht zwei Fanatiker. Es gibt eine Menge und eine Menge ist etwas Neues.

Das zeigt: eine Bewegung – genauso wie eine Botschaft via Mundpropaganda – ist dann attraktiv, wenn sie und ihre Anhänger öffentlich sind. Wer die sieht bzw. hört, was die anderen tun, fühlt sich zur Imitation animiert. Dieses Prinzip setzt sich so lange fort, bis der Tipping Point, der Wendepunkt erreicht ist. Je mehr Menschen “es” tun, desto geringer ist das Risiko für den einzelnen. Was zählt, ist die Weisheit der Vielen. Einzelne machen sich nicht lächerlich, sondern sind Teil einer Massenbewegung. Im Gegenteil: wer nicht mitmacht, ist nicht dabei bei der Bewegung.

Sivers Interpretation ist, dass der Führer an sich eine geringere Bedeutung hat, als man zunächst denken würde. Viel wichtiger ist der erste, der es ihm gleich tut. Er macht als Vorbild für alle diese Bewegung erst möglich und bekommt damit die Anerkennung:

Es war der erste Anhänger, der aus einem einsamen Fanatiker einen Führer machte. (…) Uns wird erzählt, dass wir alle Führer sein müssen, aber dies wäre ziemlich ineffektiv.

Facebook-Fanseiten beweisen: Vorbild ist niemals der Initiator, sondern Vorbild ist derjenige, der zeigt, wie man folgt. Deshalb glauben wir von MAVENS auch fest an die Bedeutung der Mavens. Ihr Enthusiasmus überzeugt weitere Anhänger und schenkt damit Ihrer Community, Ihrer Marke bzw. Ihrem Unternehmen die gewünschte Aufmerksamkeit. Welch guter Ratschlag daher von Herrn Sivers:

Wenn Sie einen einsamen Fanatiker finden, der etwas Großartiges tut, haben Sie den Mumm, die erste Person zu sein, die aufsteht und mitmacht.