Donnerstag, 11. März 2010
  • The Next Big Thing

    Die Revolution der Märkte heißt: Zuhören. Die Macher von MAVENS Empfehlungsmarketing, Mark Pohlmann und Anna Friedrich, berichten an dieser Stelle über Unternehmen, die ihren Kunden zuhören, bevor sie selbst reden.
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French Connection spielt russisches (Chat)Roulette

Veröffentlicht am 8. März 2010 von Anna Friedrich

Bildschirmfoto 2010-03-08 um 13.43.02Das Klamottenlabel French Connection (FCUK) hat als erste Marke eine Social Media Kampagne gestartet, die den neuesten und vielleicht auch abartigsten Schrei im Netz einsetzt. Chatroulette ist eine Plattform für Videochats nach dem Zufallsprinzip.  Die Systematik ist ganz einfach: Man startet Chatroulette und bekommt den ersten Videopartner. Ist dieser nicht interessant, klicken die Chatter auf “next” und schon geht das Spiel von vorne los.

Erfinder des Chat-Experiments der 17-jährige Russe Andrej Ternowskij – er suchte eine Möglichkeit, mit seinen Freunden online per Video zu kommunizieren. Gut 1,5 Millionen Nutzer weltweit, davon ein Drittel aus USA, suchen mittlerweile auf Chatroulette die etwas anderem Art der Konversation. Im Gegensatz zum Aussterben der Privatsphäre auf den gängigen sozialen Netzwerken, kann man sich hier völlig anonym von Webcam zu Webcam hangeln.

Bei einem Männeranteil von über 70 Prozent ist klar, wer die größere Auswahl hat. Und hier greift die FCUK-Idee MANIFESTO an:

Men have lost the ungentle art of manliness. The man in the street doesn’t know what to bring to a knife fight. He gets nervous around large fish. He can’t tie a full Windsor. It’s time to man up. (…) If you rise above the sea of failing man and charm a woman on Chatroulette, we’ll give you a token for a real-life winning outfit.

Männer werden aufgefordert, dort eine Frau zu verführen und dies entsprechend als Beweis aufzunehmen. Der Gewinn ist ein Gutschein für FCUK-Kleidung im Wert von 250 Pfund. Eine ausgefallene und vor allem mutige Aktion, um Fans zu involvieren: die FCUK-Klientel ist sicherlich weit entfernt vom Großteil eines 08/15 Chatroulette-Nutzers. Laut Mashable sind es 14 Prozent Perverslinge – will sich die Marke wirklich mit solchen Menschen auf eine Stufe stellen? Oder kommt es darauf gar nicht an? Auf dem Blog der Kampagne finden sich einige lustige Versuche von Bewerbern.

Bildschirmfoto 2010-03-08 um 15.55.38

Online-Relations, Soziale Netzwerke, Virales Marketing, Web 2.0
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Medienkonsum 2.0: Überall und partizipativ

Veröffentlicht am 1. März 2010 von Anna Friedrich

Promiscuity is the new reality, ubiquity is the new exclusivity.

Auch Ariana Huffington ist sich dessen bewusst: im Internetzeitalter sie sind überall – nicht Ratten, sondern Nachrichten. Im World Wide Web gibt es jede News in allen denkbaren Versionen auf einer Vielzahl von Plattformen. Die Auswahl an Informanten ist schier unbegrenzt, schließt man Blogs als “offizielle” Quelle mit ein.

Die neue Internet-Studie des Forschungsinstituts Pew berichtet, dass 92 Prozent aller US-Amerikaner mehrere dieser Kanäle nutzen, um sich über Aktuelles zu informieren: von lokalen und nationalen TV-Sendern über das Internet hin zu lokalen und nationalen Zeitungen hin zum Radio sind alle Medien vertreten, die zum Informationsspektrum gehören. 46 Prozent der Befragten geben an, “nur” vier bis sechs davon zu nutzen. Gerade einmal sieben Prozent nutzen lediglich eine einzige Medienquelle, um sich auf dem Laufenden zu halten.

Persönliches Multi-Chanelling
Knapp zwei Drittel (59 Prozent) der Amerikaner nutzen laut Pew On- und Offline-Resourcen gleichermaßen. Newsportale sind an dritter Stelle der Beliebtheitsskala und zwar nach lokalen und nationalen TV-Sendern. Online nutzen die meisten Befragten zwei bis fünf News-Seiten, 65 Prozent bevorzugen keinen Anbieter. Lediglich 21 Prozent verlassen sich auf eine einzige Quelle.

Die Kanäle, die zur Auswahl stehen, sind vielfältig. Mit der steigenden Anzahl an Möglichkeiten verändert sich die Beziehung des Menschen zum Nachrichtenkonsum: Aktuelles wird ortsunabhängig, personalisiert und motiviert jederzeit die (An)Teilnahme der Leser.

News im Pocket-Format
33 Prozent der befragten US-Handy-Nutzer rufen Nachrichten mobil ab, 28 Prozent nutzen personalisierte Startseiten im Netz und 37 Prozent tragen aktiv zu Nachrichten bei – z.B. über Kommentare oder das Teilen des Links. Dabei interessant ist: Konsumenten, die Nachrichten auf dem Handy lesen, lesen mit 50-Prozent höherer Wahrscheinlichkeit auch die gedruckte Version nationaler Zeitungen.

Neutrale und lokale Berichterstattung ade
Nachrichten müssen objektiv? Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer (49 Prozent) sagt aus, dass sie gerne Quellen nutezn, die eine Meinung zum Thema äußern. 31 Prozent lesen gerne diejenigen Autoren, die ihren Standpunkt vertreten, 11 Prozent bevorzugen widersprüchliche Ansichten.

smallgqvoguewirednyttmock1Pew fand auch heraus, dass lokale Nachrichten keineswegs zu den bevorzugten Informatoinskanälen gehören. Beliebtestes Online-Thema ist – worüber spricht man auch, wenn man sonst nichts zu reden weiß – das Wetter. Dem folgen die Themen Internet (81 Prozent), nationale Ereignisse (73 Prozent), Gesundheit und Medizin (66 Prozent). Die ausführlichen Ergebnisse gibt es im Studien-Bericht zum Nachlesen.

Das Ende der klassischen Werbeanzeigen?
Für Pew-Projektleiter Tom Rosenstiel stellen die Ergebnisse ganz klar klassische Geschäftsmodelle in Frage:

The data suggest that the notion of a primary news source is almost obsolete. People graze. I think it’s increasingly clear that conventional popups and display advertising aren’t going to work.

Wie wird dann erst der Launch des iPads die Medienlandschaft verändern? Und was stellt es mit uns als Konsumenten an?

Medien 2.0, Web 2.0
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Das Internet in Zahlen

Veröffentlicht am 26. Februar 2010 von Anna Friedrich

The State of The Internet from Jesse Thomas

Medien 2.0, Web 2.0
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Dumm klickt gut

Veröffentlicht am 18. Februar 2010 von Anna Friedrich

Klingt logisch und ist auch so. Je höher der IQ eines Internetnutzers, desto weniger klickt er sich durchs Netz – er weiß wo er hin will und surft gezielt. Das belegen Ergebnisse des US-Werbenetzwerkes Chitika.

Maßstab war das Bildungslevel der US-Staaten. Die Korrelationen waren eindeutig: Je gebildeter der Staat im Durchschnitt, desto schwieriger wird es, ihn mit Werbung zu beglücken, so die Untersuchung. Massachusetts und Washington hatten die niedrigsten Klickraten auf Werbung – gleichzeitig haben beide Staaten einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Bürgern mit College-Abschluss. Die höchste Klickrate produzierte West Virginia. Hier lebt auch der geringste Anteil an College-Graduierten.

CTR-vs-Small.jpg
Für die Werbebranche bedeutet das hartes Brot, um am die vermutlich kaufkräftigere Klientel heranzukommen. Gebildete Konsumenten blenden Online-Werbung mehr oder weniger aus, indem sie sie erst gar nicht anklicken. Folglich zielen Werbebanner inhaltlich vielmehr auf die “blödelnde Masse”.

Studienleiter Daniel Ruby sieht die durchaus repräsentativen Ergebnisse als Chance auch für reine Werbung an, Inhalte in den Vordergrund zu stellen:

Obviously, if you’re targeting a more educated demographic, you need to do a better job of making your ad worthwhile. This, like everything, is an opportunity to push the industry towards the idea of content first, sales pitch second, even among advertisements.

Was er dabei nicht beachtet, sind die Orte, an denen Werbung platziert wird. Das Prinzip “Dumm klickt gut” spiegelt sich auch auf deutschen Newssites wider, betrachtet man die Startseite der Bild komplett mit Bannern bepackt gegenüber fast werbefreien Startseiten wie FAZ.net oder Sueddeutsche.de. Während Bild die gemeinsame Familien-Aktion mit Landliebe und die Oral-B Volks-Zahnbürste (!) bewirbt, findet sich auf der Süddeutschen eine Anzeige zum neuen Kinofilm Invictus mit Morgan Freeman und Matt Damon. Mehr gibt es zur Wertigkeit von Inhalten eigentlich nicht zu sagen.

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Gefundenes Fressen für Datensammler

Veröffentlicht am 9. Februar 2010 von Anna Friedrich

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Soziale Netzwerke, Web 2.0
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Nicht ohne mein Facebook

Veröffentlicht am 4. Februar 2010 von Anna Friedrich

cofee_my_morning_wouldnt_be_the_same_withou_mug-p1682999007271388572om5b_400Vom größten sozialen Netzwerk der Welt kommt man so schnell nicht los. Hier und da taucht Abhilfe zum Thema Selbstmord 2.0 auf. Ehrlicherweise können wir alle nicht ohne die Gesichtsbuch-Gemeinde. Eine aktuelle Untersuchung belegt: ihr Suchtfaktor ist gigantisch.

Wir haben Facebook in unserem Alltag integriert wie Zähneputzen und Frühstücken. Es gibt uns ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Nähe, auch wenn wir allein im Büro, im Zug oder auf der heimischen Couch sitzen. Und Freunde, die kein Facebook-Profil haben, sind irgendwie nicht von dieser Welt. Letztendlich melden sie sich doch an, weil alle genervt haben – so wächst und wächst die Community immer weiter. Beängstigenderweise schafft des das soziale Netzwerk, auch über nicht angemeldete Nutzer jede Menge Informationen zu aggregieren.

Attraktiv ist Facebook aber auch durch seine Offenheit: von Videos über Fotos, Links, Tests, Spielchen hin zu sonstigen Diensten können User alles hochladen und verlinken. Die Möglichkeiten der Selbstdarstellung scheinen schier unbegrenzt. In der Tat ist Facebook wie eine Sekte, wie auch SZ-Autor Mark Felix Serao bemerkt.

Die Schweizer Agentur Rod Kommunikation hat ein spannendes Experiment gestartet. 50 Probanden im Alter von 17 bis 52 Jahren, die eigentlich Heavy User sind, lebten für die Untersuchung “Facebookless: Mein Monat ohne Facebook” ohne die Plattform. Auch wenn nicht repräsentativ, so sind die Ergebnisse doch aufschlussreich. Ein “Facebook-loser” hat überraschend starke Verlustgefühle und:

  • empfindet soziale Ausgrenzung,
  • arbeitet konzentrierter und effizienter,
  • hat das Gefühl, seine Kontakt-Pflichten zu vernachlässigen,
  • kommuniziert kaum noch mit seinem Freundeskreis,
  • fokusiert sich anstelle der Kommunikation mit anderen auf eigene Freizeitaktivitäten,
  • führt wenige, aber dafür bewusstere Konversationen per Telefon, SMS oder E-Mail,
  • nutzt seinen Rechner seltener für private Zwecke, da er keine Zeit mehr auf Facebook verbirngt
    vermisst ein Kompensations-Medium.

(via www.persoenlich.com)

Für keinen der auf Entzug Gesetzten kam in Frage, für immer auf Facebook zu verzichten. Einen Extremfall, den Wirtschaftspsychologe und Studienautor Dominik Orth beschreibt, ist eine junge Frau, die sich ohne die Community fühlte “wie ein Kind, dessen Mutter gestorben ist”. Immerhin: die Teilnehmer machten sich anhand der “Entzugsphase” bewusst, wie viel sinnlose Zeit sie auf Facebook vergeudeten. Von sozialen Netzwerken wie Facebook profitiert, wer sich auch im realen Leben vernetz und die Plattform nicht zum Lebensmittelpunkt macht.

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Kommunikation ohne Grenzen

Veröffentlicht am 2. Februar 2010 von Anna Friedrich

We have become such experts at being always in touch, informed, connected. Now must relearn how to be silent, disconnected, alone.

Autor Alain de Botton findet auf Twitter treffende Worte für das Kommunikationsdesaster von heute: immer und überall sind wir erreichbar, “always on”. Das klassische Sender-Empfänger-Modell steht einer unüberschaubaren Menge an Kommunikationskanälen gegenüber.

Die Internetnutzung wächst und damit unsere digitale Verfügbarkeit, vor allem in sozialen Netzwerken. Hinzu kommt der Mobilfunk, der den Analoganschluss mehr und mehr überflüssig macht. Wenn wir heute jemanden treffen, sieht das ungefähr so aus:

I had this guy leave me a voicemail at work, so I called him at home, and then he emailed me to my BlackBerry, and so I texted to his cell, and now you just have to go around checking all these different portals just to get rejected by seven different technologies.

Wie verschiebt sich mit dieser Erreichbarkeit unser Kommunikationsverhalten? Die sozialen Netzwerke wissen Bescheid über unsere Vorlieben und die unserer Freunde. Tools wie Facebook Connect erlauben es uns, unseren “sozialen Graphen” problemlos überall hin zu tragen.

Dies ermöglicht personalisierte Werbung und beeinflusst nicht nur deshalb unsere Kaufentscheidungen. Marken haben eine breite Spielwiese, um dieses Thema noch weiter zu spinnen. Eines der Szenarien, welches der Economist beschreibt:

As you are buying a pair of running shoes that you think one of your friends might be interested in, you can send a picture to their network page with a couple of clicks on a keypad next to the checkout counter. (…) Everything from cars to cookers could ultimately have social connectivity embedded in it.

Möglich macht das die Mobilität der sozialen Netzwerke via Handy. So fand eine Opera-Trendanalyse heraus, dass allein die mobile Nutzung von Facebook im vergangenen Jahr um satte 619 Prozent zulegte (!) und damit das am häufigsten mobil genutzte Social Network weltweit ist. Unschlagbar ist Twitter mit einem Wachstum von 2859 Prozent. Das mobile Surfen ist bereits auf dem Weg, die Internetnutzung via Computer zu überholen. Laut Berechnungen von eMarketer werden in nur drei Jahren über 600 Millionen Menschen ihr Handy zum sozialen Netzwerken einsetzen. 2009 waren es noch 140 Millionen User. Auch fürs Shopping finden mobile Endgeräte verstärkten Einsatz. Eine Motorola-Studie belegt: während der Feiertage Ende 2009 haben über die Hälfte der Nutzer bevorzugt per Handy eingekauft.

Ein klarer Trend, der sich aus der Mobilisierung unserer eigenhändig gespinnten Online-Netze ergibt: location-based services. Applikationen von AkaAki über Gowalla hin zu Foursquare, das als “The next big thing” gehandelt wird, lokalisieren unseren Standort. Sie bedienen uns mit Angeboten in der Umgebung, zeigen uns an, welche Personen aus unserem Netzwerk sich in der Nähe befinden. Während die einen vom “Ortsstatus” nicht genug bekommen können – schließlich kann man spontan Treffen arangieren – ist es ein Alptraum à la Bigbrother für Skeptiker, wie der Economist es beschreibt:

To people who run social networks, location-based networking is a logical extension of their efforts to humanise technology and harness it to the cause of greater global openness. The networks’ founders seem to have an almost Utopian belief in the benefits that their creations will deliver.

Utopie? Ein Leben im kontinuierlichen “Status-Update” ist aus meiner Sicht unvorstellbar. Deshalb stimme ich Alain de Botton zu – wir brauchen einen Weg aus dem Trubel der Konnektivität hinaus zu einem gesunden Maß zwischen “on” und “off”. Die Social-Media-Müdigkeit verstärkt den Wunsch nach etwas weniger Digitalität.

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Digitale Realität: Der gläserne Online-Bürger

Veröffentlicht am 20. Januar 2010 von Anna Friedrich

Erst denken, dann twittern. Der 26-jährige Brite Paul Chambers hat sich geärgert über die Schließung des Robin Hood Flughafens in Doncaster, Nordengland. Er machte seinem Ärger auf Twitter Luft und dachte, es sei lustig, wenn er verlauten ließe, dass er den Flughafen einfach in die Luft sprengt. Britische Behörden nahmen die Terror-Drohung jedoch ernst. Chambers wurde von einer Anti-Terror-Polizeieinheit verhört, sogar sein Arbeitgeber suspendierte ihn.

buerger_glaesern2Auch Facebook outet Menschen, nicht wenige haben aufgrund unbedachter Postings ihren Job verloren. Das Video Do you have a Facebook? veranschaulicht, wie transparent uns das größte soziale Netzwerk eigentlich macht. Umso beängstigender ist die Aussage des Facebook-Machers Zuckerberg selbst, dass Privatssphäre nicht zeitgemäß sei. Damit rechtfertigt er eine neue Default-Einstellung, die alle Profil-Informationen für jeden sichtbar macht:

People have really gotten comfortable not only sharing more information and different kinds, but more openly and with more people. That social norm is just something that’s evolved over time…

Ein anonymer Facebook-Mitarbeiter berichtet, dass das Netzwerk jeden einzelnen Schritt aufzeichnet und damit irgendwie mehr über uns weiß, als wir selbst. Aus Angst vor Datenschützern hat das VZ-Netzwerk nun nach mehreren Skandalen ein TÜV-Siegel eingeführt. Anstatt sich auf dieses Zertifikat zu verlassen, rät Falk Lüke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) eher dazu, sich bei jedem einzelnen Post bei Twitter, StudiVZ und Co. zu fragen:

Könnte ich es ertragen, dass die von mir veröffentlichten Daten und Bilder am nächsten Morgen auf der Titelseite einer großen Tageszeitung zu finden sind?

Gefährlich wird die Publizität im Netz auch und gerade für Prominente, in deren Privatleben sich Journalisten, Blogger und Twitterer adhoc einmischen. So jüngst geschehen auch im Fall des Fremdgehers Tiger Woods – der Online-Redaktion der Sun wurde zugetragen, dass er sich gerade in einer Sex-Therapie begab. Der Transparenz im Internet zum Opfer fiel auch David Letterman. NYT-Autor Robert Wright hat so recht, wenn er resümiert:

They were victims of the new transparency — the way digital technology, with each passing year, records more and more of our behavior for all the world to see, should it decide to look. (…) So the good news about the new transparency — it makes hypocrisy harder by exposing discrepancies between word and deed — may also be the bad news about the new transparency.

Lügen haben kurze Beine – auch wenn der Exhibitionismus online dazu verführt, Unwahrheiten zu erzählen (s. Artikel (K)ein Spiegelbild in sozialen Netzwerken). Das Tracken und Auswerten von Online-Daten dient zu unserem eigenen Schutz einerseits, macht uns gleichzeitig jedoch zum gläsernen Bürger, WENN wir ehrlich sind. Zudem wecken Online-Profile und Status-Updates Begehrlichkeiten: wir sind neugierig auf andere, recherchieren im Netz und entwickeln im schlimmsten Fall Stalker-Manien.

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Übervernetzt: Kann man im Seichten doch ertrinken?

Veröffentlicht am 12. Januar 2010 von Anna Friedrich

20091219-e15y258gaqacdd1yjpwsxrtfg1Boom, Boom, Boom. Im vergangenen Jahr erlebten wir eine rasante “Social Mediasierung”. Mit mehr als 350 Millionen aktiven Usern dürfte Facebook der Gewinner 2009 gewesen sein. Allein in Deutschland finden sich rund sechs Millionen Nutzer, fast doppelt so viele wie noch im Vorjahr.

Das Non plus ultra ist die Vernetzung auf Facebook jedoch nicht. Denn, kaum ist der erste Social Media-Tsunami über uns hereingebrochen, fangen wir an zu zweifeln. Oder wir sind einfach nur heillos überfordert mit dieser Übervernetzung.

Jesse Stanchak stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob sich alles ins Gegenteil umkehren wird und Social Media vor einem Crash steht. Er glaubt, dass viele Unternehmen die Social Media Präsenz missverstehen. Indem sie keine wertvollen Inhalte liefern, turnen sie ihre Nutzer eher ab, anstatt ihre Präsenz für sich einzusetzen:

No one is going to log onto a network just because it’s there. You need to give the crowd a reason to keep coming back.

Huffington Post-Autorin Jasmine Boussem philosophiert darüber, ob sich unsere Übervernetzung im Privaten ins Gegenteil umkehren wird. Das Zuviel an Online-Kontakten verringert unsere Aufmerksamkeit und damit die Qualität unserer Kommunikation. Und wir sind zu beschäftigt damit, uns in dieser Welt darzustellen anstatt uns auf die eigene Präsenz und wenige wichtige Verbindungen im Netzwerk zu konzentrieren, so ihre These:

We want to connect with so many people at the same time that we may fail to give each one the proper attention. Maximizing communication is invaluable in business, but can we apply the “same message for everyone” principle to our personal relationships without consequences? Does efficiency negate intimacy?

Relevanz geht verloren, wenn wichtiger Input mit der Masse an überflüssigen Botschaften vermischt ist. Es entsteht ein Gefühl der Seichtigkeit, in dem dennoch wichtige Informationen zur Nichte gemacht werden. Aus der Furcht heraus, den Überblick verloren zu haben, entstehen digitale Selbstmord-Dienste wie die “Digital Suicide Machine“.

Was tun? Völlig überfordert im Datenmeer schwimmen oder ans nächstgelegene Ufer retten? “Im Seichten kann man nicht ertrinken”, sagte einst Helmut Thoma und bezog sich damit eigentlich auf die massive Berieselung im Fernsehen.

Das Rezept, die Informationsperlen zu finden, ist individuell. Sicherlich gilt: Nur wichtige Kanäle zu aktivieren, nicht auf jeder Welle mitzusurfen und sich in den sozialen Netzwerken auf das zu besinnen, was für den persönlichen Kommunikationsfluss wirklich relevant ist.

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Armutszeugnis? H&M wirft neue Kleidung in die Mülltonne

Veröffentlicht am 8. Januar 2010 von Anna Friedrich

Ein PR-Desaster, wie es im Buche steht: Während im Big Apple hunderte von Obdachlosen in der klirrenden Kälte erfrieren, schmeißt H&M ungetragene Ware einfach weg. Anstatt die Kleidung an Bedürftige zu geben, entsorgt die Filiale am Herald Square in der 35th Street nicht verkaufte Produkte lieber auf der Straße.

Das entdeckte eine Studentin aus New York City, Cynthia Magnus, zufällig beim Schlendern auf der 35th Street, fotografiert mit einem absichtlich zerlöcherten Shirt, das noch mit einem Preisschild versehen war.

NYT-Autor Dwyer bringt den Skandal auf den Punkt:

It is winter. A third of the city is poor. And unworn clothing is being destroyed nightly.

Auf Twitter das H&M vor zwei Tagen DAS Trend-Thema No. 1, die Tweets zum unfassbaren Wegwerfen nehmen noch immer kein Ende.

H&M kommuniziert das gängige langweilige Bedauern über den Vorfall und lässt verlauten, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird:

It will not happen again. (…) We are committed 100 percent to make sure this practice is not happening anywhere else, as it is not our standard practice.

Die Unternehmenssprecherin, Nicole Christie, gibt an, dass die Ware überlicherweise an Hilfsorganisationen gespendet wird und sie nicht weiß, warum dies im Falle des Ladens in der 34th Street nicht der Fall ist.Wal-Mart scheint die gleichen Praktiken zu pflegen. Ganze Müllsäcke voll von Klamotten aus dem Kleidungsdiscounter wurden gefunden. Natürlich erregte auch dieser Skandal nicht weniger Aufsehen in der Twitter-Gemeinde. Unternehmens-Sprecherin Melissa Hill erklärte, dass sie nicht wüsste, warum die Waren zerstört wurde. Angeblich seien auch hier alle nichtverkauften Neuwaren für gute Zwecke gespendet oder zumindest ordnungsgemäß recycled.

Die Vorsitzende einer Art Altkleidersammlung namens New York Clothing Bank, Mary Lanning meint:

I would welcome H & M, Wal-Mart and every enterprise that presently is destroying new clothing to call me immediately. We use a method of ‘defacing’ each garment that does not impair itswearability, but does remove any potential street value in the underground market. We operate a full clothing warehouse and distribution center right under their noses.

Alternativen zur sinnlosen Wegwerf-Aktion gibt es sicherlich en Masse. Die Chance, wenigstens jetzt einen PR-Gag aus dem Skandal nach dem Motto “dumm gelaufen” zu machen, hat H&M offenbar verpasst. Vielleicht sind große Konzerne wie die schwedische Mode-Kette aber einfach nicht gewappnet für eine spontane adäquate Krisen-Kommunikation, die mehr als Standardfloskeln zu bieten hat.

Wenigstens im Nachhinein hätte der Konzern spasseshalber behaupten können, dass das Wegwerfen und Zerlöchern der Klamotten eine PR-Aktion für den neuen Voodoo-Trend “Project Black Book” sein sollte…

Ernstaft, H&M sollte sich überlegen, es sich Bredouille manövrieren kann, z.B: “Denkt endlich an eure Konsumenten und euren Ruf als Hersteller. Startet eine Charity-Aktion. Macht etwas positives aus dem Fauxpas anstatt jetzt einfach so zu tun, als wärt ihr nur mal aus Versehen schwarz gefahren.”

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