Artikel mit ‘Twitter’ getagged

24 Argumente gegen Twitter

Veröffentlicht am 13. August 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Web 2.0

via Henrico Dolfing.

What the … is Twitter?

Veröffentlicht am 29. Juli 2009 von Anna Friedrich | Soziale Netzwerke, Trends, Web 2.0

Diese Frage stellen sich viele, die beruflich nicht im Web 2.0, Marketing oder PR-Bereich unterwegs sind. Eine aktuelle Studie von Harris Poll und LinkedIN (PDF) bestätigt, dass das Microblogging-Dings bei den Konsumenten wenig bekannt ist.

In der jüngeren Generation scheint der Dienst gar nicht angekommen zu sein. Einem Morgan Stanley Report zufolge ist er für Teenager eher “uncool”:

Teenagers don’t use Twitter, the short-form Web messaging service, adding they realize that their ‘tweets’ are pointless as no one is viewing their profile.

Während das Gros der Werber es für ein sehr wichtiges Marketing-Tool hält, wissen 69 Prozent der gut 2.000 befragten Konsumenten nach eigenen Aussagen nicht genug über Twitter, um den Service zu beurteilen. Dagegen konnten lediglich 17 Prozent der Marketiers wenig mit der Microblogging-Seite anfangen.

Reasons that US Internet Users* Use Twitter, by Gender and Age, Q2 2009 (% of respondents in each group)

Wer nutzt Twitter wie und warum? Das “Consumer Internet Barometer” von TNS in Zusammenarbeit mit dem The Conference Board, hat untersucht, warum Menschen überhaupt Twittern. Ihre Untersuchung ergab: knapp 42 Prozent der Nutzer wollen auf diesem Weg mit Freunden in Kontakt bleiben. 29 Prozent nutzen Tweets dazu, ihren Status bekannt zu geben, 26 Prozent finden über den Service Nachrichten und halten sich auf dem Laufenden. 22 Prozent der Befragten setzen es für berufliche und 9 Prozent für Recherche-Zwecke ein.

Spannend hierzu auch die leicht unterschiedliche Nutzungsweise von männlichen und weiblichen Twitterern. Typisch: Männer sind besonders Organizations/People Whom US Internet Users* Interact with on Twitter, by Gender and Age, Q2 2009 (% of respondents in each group)interessiert daran, Nachrichten zu finden, während Frauen eher das Mitteilungsbedürfnis haben, ihren Status zu aktualisieren.

Im Umkehrschluss heißt das: ich twittere nur, wenn auch meine Freunde dies tun – so verhält sich die Nutzung auch bei sozialen Netzwerken, in denen sich nur bestimmte “Gruppierungen” aufhalten (s. Blogbeitrag Dein Netzwerk weiß, was du tust). Biz Stone aus dem Gründungsteam sieht selbst ein, dass Twitter-Neulinge sich mit der Seite schwer tun:

We need to do a better job of explaining ourselves to people who hear about us and then have no idea what do to.

Genau deshalb positioniert sich Twitter neu. Statt eines sozialen Netzwerkes soll die Seite nun wiederspiegeln, was die Welt bewegt. Nur wer auf Twitter ist, erfährt die aktuellen Trends, wie Mashable zusammenfasst:

Branding Twitter as the one place where you are plugged in to the collective world makes it tougher to ignore. You can say “I don’t feel like updating people on my life,” but it’s far tougher to say “I don’t care about what’s happening in the world.” Welcome to Twitter, the hotspot of cultural and global relevance. Welcome to Twitter, Version 2.

Der erste Schritt dazu scheint die heute gelaunchte neue Startseite, die auch neue Nutzer zum Zwitschern animieren soll.

Trotzdem ist unklar, ob der “Welt-Ansatz” Twitter nun zum King des Webs machen kann. Wenn fast drei Viertel der Amerikaner nichts die 140 Zeichen-Welt sinnlos finden, sehen deutsche Konsumenten das sicherlich nicht anders. Der neue Share-Dienst Posterous dagegen könnte auch für weniger Web-affine leicht zu nutzen sein. Social Wayne glaubt, es ist “the next big thing”.

Die Entmythisierung von Social Media

Veröffentlicht am 06. Juli 2009 von Anna Friedrich | Online-Relations, Soziale Netzwerke, Web 2.0

Es ist ein Irrglaube, den viele Marketing Manager haben: Social Media kostet nichts und bringt viel. Sie verwechseln die Anwendungen mit Direkt-Marketing-Aktivitäten und erwarten, völlig neue Zielgruppen aus dem Nichts erschließen zu können.

Dass sich aus der reinen Präsenz ihrer Marke ein positiver Effekt für ihre Marke ergibt – und das völlig ohne eigene Bemühungen – ist ein Mythos. Nicht umsonst haben diese Medien das Adjektiv “sozial”. Wichtig ist, dass Unternehmen in Social Media tatsächlich zu einem wertvollen Dialog mit ihren Zielgruppen und Kunden beitragen. Der Social Business Design Experte David Armano betont:

Being social means having real live people who actively participate in your initiatives. It’s difficult to automate and a challenge to scale, but it can also help move your business forward in ways that produce leveraged outcomes such as new/better products or services.

Die Kosten für eine wirksame Social Media Strategie werden da meist unterschätzt. Unternehmensaccount, wie z.B. eine Facebook-Fanpage oder ein Twitter-Account, “nährt” sich nicht von alleine. Es braucht Fans, Enthusiasten, die mitmachen. Wer bei Twitter beispielsweise nur Werbebotschaften und Newsletter-Inhalte abfeuert, hat in der Community bereits verloren. Ein ausgeprägterer Dialog-Charakter ist wichtig auf allen Kanälen des Social Webs.

Lufthansa beispielsweise wollte auch in der 140-Zeichen-Welt aktiv sein. Leider finden auffällig wenige Konversationen mit Nutzern statt, was der Marke mehr schaden als nutzen könnte. Überraschenderweise führt die Fluggesellschaft mit über 3.500 Followern die Top 100 der twitternden deutschen Unternehmen an! Das Twitter-Account von Leica dagegen beschäftigt sich auch tatsächlich inhaltlich mit Themen im Netz, die mit dem Produkt zu tun haben. myON-ID, die Plattform für Eigenmarketing und einem Mavens-Kunde, kommuniziert mit der Twitter-Gemeinde.

David Armano glaubt daran, dass es Regeln gibt für einen gekonnten Auftritt in den sozialen Medien. Zwar gibt es kein Patentrezept, doch jede Social Media Aktivität verläuft nach seiner Idee in drei Stufen abläuft:

1. “Seeding”: Die Basis für ein gut funktionierendes soziales System sind die richtigen Menschen, die Zielgruppe des Unternehmens. Aus ihnen entsteht, so Armano, ein “gesundes Ökosystem”. Wir nennen sie Mavens – Enthusiastien, die so begeistert bei der Sache sind, dass sie leicht aktiviert werden können und andere zum Nachahmen animieren.

2. “Feeding”: Alle Tools, von Communities, über Wikis hin zu Fanpages, brauchen gute und kontinuierliche Inhalte. Optimalerweise ist ein Teil davon automatisiert und ein anderer stammt von den Nutzern selbst. Armano betont, dass ein Feedback-Bereich hier sehr wichtig ist.

3. “Weeding”: Nachdem die Samen für die erste Generation der Nutzer gestreut sind, die Frage nach den Inhalten geklärt, gilt es nun, “Unkraut” zu jäten. Armano’s Vergleich von Social Media mit einem Garten passt ganz gut: Inhalte, die der Produktivität schaden, müssen aussortiert werden. Und da funktionieren automatische Prozesse nunmal nur bedingt.

Damit der Ablauf der Stufen reibungslos ist, braucht es ausreichend Community-Mitarbeiter. Nimmt das Unternehmen zu wenig teil und geht kaum auf seine seine Fans ein, dann hat die vermeintlich soziale Präsenz wenig Sinn und Wirksamkeit. So relativiert Armano den Mythos, dass soziale Medien schnell, billig und leicht sind. Eine gelungene Umsetzung von Web 2.0-Aktivitäten erfordert ein umfangreiches Budget, Durchsetzungsvermögen und vor allem: das Know-how der Macher selbst!